Völlig zu unrecht gescholten und gemieden, gehörte Mangold's 'Cop Land' zu der Riege an cineastischen Perlen, denen der ehrwürdige Ruf eines Publikumsmagneten vergönnt blieb. Erst auf DVD genoss er unter Genrefans und Filmliebhabern seine verdiente Anerkennung.
Doch was genau ist schief gelaufen?
Dieser Frage gilt es auf den Grund zu gehen.
Der gutmütige, beherzte Freddy Heflin (Sylvester Stallone) ist Sheriff der fiktiven Kleinstadt Garrison in New Jersey, in der sich Cop-Familien einquartiert haben um der Großstadthölle New York City zu entkommen. Freddy geht mit Fleiß und Eifer seiner Arbeit nach, doch träumt er insgeheim von der Polizeiarbeit in der großen Stadt, jenseits des Hudson. Die Realisierung dieses Traums, liegt allerdings in weiter Ferne, da er durch eine heroische Rettungsaktion sein Hörvermögen auf einem Ohr eingebüßt hat. Als die Dienstaufsichtsbehörde in Form des neugierigen Lt. Moe Tilden (Robert De Niro) bei Heflin anklopft um einen Vertuschungsversuch des 37. Polizeireviers aufzuklären, bietet sich für Heflin die Chance seines Lebens. Doch was ist ihm wichtiger ? Die Loyalität gegenüber den Cops, welche Heflin doch nur für einen nichtsnützigen Versager halten oder doch die Gerechtigkeit in Form des Gesetzes...
Handwerklich ist der Film wirklich erste Sahne. Gerade die emotionale Bindung zur Hauptfigur, welche mit wehmütigen Augen die enttäuschende Entwicklung seines Lebens beobachtet klappt hervorragend. Stallone spielt hier eine für ihn ganz untypische Rolle und meistert sie mit außergewöhnlicher Bravour. Selbst seine schärfsten Kritiker äußersten sich positiv über den Film und seine Rolle darin. Nämlich die Rolle einer unentschlossenen Person, welche desöfteren von Selbstzweifeln und fehlendem Selbstvertrauen geprägt ist. Dies dürfte auch einer der Gründe gewesen sein, warum der Film an den Kinokassen auf Tauchstation ging. Für Fans der typischen Stallone-Film wohl zu langweilig und zu ruhig. Und anders herum glaubten viele wohl nicht an einen Imagewechsel des Actionhelden und ließen ihre kategorisierenden Schubladen geschlossen. Harvey Keitel spielt seine Bad Cop - Masche einmal mehr perfekt herunter und setzt schauspielerische Akzente. Auch Robert Patrick und Ray Liotta agieren sehr gekonnt. Enttäuschend kurz ist überraschenderweise die Rolle des damals wie heute hoch im Kurs stehenden Robert De Niro, dem nur wenig Screentime vergönnt blieb. Dennoch zeigt er sich auch hier wieder in schauspielerischer Top Form.
'Cop Land' ist ein ruhiger, stimmiger Film über das idyllische Leben von Cops in einer Kleinstadt, in der längst nicht alles Gold ist, was glänzt. Nach Filmen wie 'Judge Dredd' und 'Demolition Man' hatten viele wohl von Stalllone einen weiteren Actionreißer erwartet. Doch weit gefehlt. 'Cop Land' vermittelt ein weitgehend negatives und realistisches Bild der Polizei, bei der Kooperationen mit der Mafia, das Decken von schuldigen Partner und berechnendes Vorgehen an der Tagesordnung sind. Hier und da sind ein paar Längen zu verzeichnen, die allerdings nicht weiter ins Gewicht fallen. Er bleibt dennoch einer der besten Cop Thriller der 90er Jahre und erinnert uns an Dinge, die man eben in Machtstellungen schnell vergessen kann:
Niemand steht über dem Gesetz.