Arizona-Territorium 1868: Angeführt von Cochise befinden sich die Apachen auf dem Kriegspfad und haben geschworen, sämtliche Weißen im Land zu töten. Während die US-Armee versucht, Siedler zu schützen und ihre Position in dem Camp Apache Wells zu halten, soll Captain Bruce Coburn eine Lieferung von vierzig modernen Repetiergewehren abholen, die dringend zur Verteidigung benötigt werden. Doch unter Coburns Männern gärt Unzufriedenheit. Unter Führung des aufrührerischen Corporal Bodine meutern sie und bringen die für das Überleben der Siedler unverzichtbaren Waffen in ihre Gewalt. Coburn setzt alles daran, die Flinten rechtzeitig zurückzuholen, Cochise braucht sie aber ebenso dringend.
40 Guns to Apache Pass gehört zu den letzten Filmen von Audie Murphy und wurde von William Witney inszeniert, einem Regisseur, der vor allem für schnelle, actionreiche B-Western bekannt war. Quentin Tarantino bezeichnete Witney als "Vater des Actionfilms" und hielt ihn in hohen Ehren. Genau in dieser Tradition steht auch dieser schnörkellose, temporeiche und stärker auf Action als auf große psychologische Tiefe ausgerichtete Western.
Die Geschichte ist dramaturgisch sehr simpel konstruiert. Im Kern geht es um drei Konflikte gleichzeitig, nämlich um den Schutz der Siedler im Indianer-Krieg zwischen der US-Armee und den Apachen, die Bedrohung durch die desertierten Soldaten und die persönliche Bewährungsprobe eines zur Feigheit neigenden jungen Mannes. Der Film erzählt das alles in hohem Tempo. Schießereien und Verfolgungen sorgen dafür, dass ständig Bewegung herrscht. Gerade die Actionszenen sind von Witney energisch inszeniert. Trotzdem bleibt die Handlung recht oberflächlich, Figuren werden nur grob skizziert und nicht näher beleuchtet, so dass kaum eine emotionale Bindung zu ihnen entsteht. Zudem werden die meisten Konflikte eher abgearbeitet als wirklich dramatisch entwickelt und aufgelöst. Das Geschehen lässt insgesamt zu kalt.
Audie Murphy spielt Captain Coburn als ruhigen, entschlossenen Offizier, der seine Männer mit harter Disziplin führt. Das ist eine Rolle, die Murphy grundsätzlich liegt: der moralisch gefestigte, kompetente Anführer. Allerdings wirkt die Figur diesmal arg eindimensional. Murphy bleibt zwar glaubwürdig und souverän, aber die Rolle verlangt ihm wenig Variation ab. Gerade im Vergleich zu einigen seiner anderen Western wirkt sein Auftritt hier wenig charismatisch. Dagegen hat sein Gegenspieler Kenneth Thorpe als Bodine einiges an Charisma zu versprühen und spielt den Antagonisten auch wunderbar widerwärtig.
Der Film greift reale historische Figuren wie Cochise auf, nimmt sich dabei jedoch große Freiheiten. Die komplexen Konflikte zwischen der US-Armee, Siedlern und verschiedenen Apache-Gruppen werden stark vereinfacht. Eine fast schon dreiste Frechheit ist die Einführung, in der der Off-Sprecher verkündet, dass die Armee versucht, die Siedler zu retten, bevor die Apachen das Land überrennen. Eine Motivation der Indianer wird nicht genannt, wodurch sie faktisch als schlicht böse dargestellt werden. Dass es letztlich die Siedler waren, die seinerzeit das Land der Apachen ungefragt, ungebeten und ohne Einladung überrannt haben, wird mal eben unter den Tisch gekehrt. In Wirklichkeit waren die Auseinandersetzungen im Arizona-Territorium wesentlich komplizierter als das einfache Gut-gegen-Böse-Schema, das der Film präsentiert. Auch der Waffenhandel und die militärischen Abläufe werden eher als dramaturgische Elemente benutzt als historisch korrekt dargestellt.
Wie viele Western der 1950er und 1960er Jahre leidet auch dieser Film unter stereotypen Darstellungen indigener Figuren. Die Apachen erscheinen überwiegend als gesichtslose Bedrohung oder als dramaturgischer Hintergrund für die Abenteuer der weißen Hauptfiguren. Zwar bekommt Cochise etwas Würde als Anführer, doch insgesamt bleibt die Darstellung stark vereinfacht und reproduziert typische Westernklischees, die aus heutiger Perspektive klar problematisch wirken.
40 Guns to Apache Pass ist ein action- und temporeicher, aber insgesamt mittelmäßiger Western. Die Inszenierung ist routiniert und mit vielen Gefechten garniert. Gleichzeitig bleibt die Geschichte sehr simpel und Audie Murphy wirkt in seiner Rolle etwas unterfordert. Dazu kommen die historischen Ungenauigkeiten und die stereotypen Darstellungen der Apachen, die den Film aus heutiger Sicht problematisch erscheinen lassen.
Am Ende bleibt ein routinierter Spätwestern, der zwar unterhält, aber weder dramaturgisch noch historisch wirklich überzeugt.