Review

Wenn man CLIVE BARKER und HORRORFILM hört, denkt man eigentlich sofort an Genreklassiker wie Hellraiser oder Lord of Illusions.
Im Fall von Midnight Meat Train kam noch massive Internetpropaganda hinzu, und der schweizer Verleih tat sein übriges, als er die Werbeschlagzeile "Zu extrem fürs Kino!!!" mit auf's Cover druckte. Dazu gesellte sich die obligatotrische "Extended Director's Cut" Betitelung, auf die ja genug unwissende Kunden reinfallen.
Die Gorehounds waren heiß, die Brieftasche der zahlenden Kunden weit offen und die Erwartungen waren groß... zu groß offenbar.

Die Handlung ist schnell erzählt, basiert dieser Film doch auf einer Kurzgeschichte vom Altmeister Barker himself:
Der Fotograf *Name vergessen*, gespielt von Bradley Cooper, will 'ne geile Story über einen Metzger machen, den er in der U-Bahn gesehen hat. Seine Freundin und der Typ, dem in Hostel 2 der Lümmel abgeschnitten wurde, finden die Idee doof, doch Cooper macht trotzdem was er will.
Der Metzger, übrigens gespielt vom einzigen Lichtblick in diesem langweiligen Scheißhaufen der sich Film nennt, Vinnie Jones, meuchelt mit viel CGI die nächtlichen Fahrgäste weg. So müssen unter anderem Ted Raimi und der lümmellose Typ aus Hostel 2 dran glauben.
Endlos langweilige Minuten später entpuppt sich der Fahrer als eine Art Auftraggeber/Dämon, welcher dem zungenlosen Vinnie Jones befiehlt die gemeuchelten Fahrgäste an eine Horde degenerierte Kanibalen/Dämonen zu verfüttern.
Cooper macht einen auf Superheld, tötet Vinnie Jones, und bekommt mit, wie der Fahrer des Mitternachtsfleischzuges seine Freundin kaltmacht. Daraufhin rupft der Beamte aus dem ÖPNV dem Helden *hust* die Zunge raus und fortan ist Mr. Cooper der Schlachter.

Der einzige, wirklich einzige Grund, warum ich nicht den ganzen Film vorgespult habe, war Vinnie Jones. Midnight Meat Train ist so scheiß'ndreckslangweilig und öde, dass ich es bereue, diesen Mist nochmal geguckt zu haben.
Obwohl der Film gerade mal 2 Jahre alt ist, wirken die CGI-Splattereffekte schlecht und übertrieben, und daher unfreiwillig komisch. Bradley Cooper hat eine Hackfresse zum reinschlagen und wirkt total unsympatisch; ich hatte ja die Hoffnung, dass Jones hier Cooper wegmeucheln darf - schließlich ist das ja eine Barker-Geschichte!
Alle anderen Rollen sind belanglos und weniger als uninteressant.

Ich stell' mal die Gretchenfrage:
Von einem Horrorfilm erwartet man doch Spannung, Grusel und/oder Schockmomente. Im Idealfall natürlich alles, aber Midnight Meat Train kann nichts davon liefern. Der Film ist nicht spannend, er ist nicht gruselig und die sogenannten Schockmomente werden durch die übertriebene Darstellung entschärft und wirken daher einfach nur albern.
Des Weiteren muss der Cutter bei seiner Arbeit einen epileptischen Anfall nach dem anderen gehabt haben; soviele Schntte gab's ja selbst bei WSX nicht!

Und von Logik in Horrorfilmen sprechen wir am besten auch garnicht erst, aber in Hannover z.B. gibt es seit zig Jahren eine Videoüberwachung in den U-Bahnen. In dieser amerikanischen Großstadt im Jahre 2008 offenbar nicht, denn sonst hätten die Cops wohl keine 5 Minuten gezögert, um Mr. Jones 6 Warnschüsse in den Rücken zu ballern.
Und über den Subplot mit Brooke Shields und der Asiatin werfen wir lieber auch ganz schnell den Mantel des Schweigens...

Eine abschließende Bewertung ist in diesem Fall verdammt schwer, aber nach einiger Überlegung bin ich dazu gekommen, Midnight Meat Train eine Bewertung von 1/10 zu geben, da man leider keine 0 Punkte vergeben darf.
Aber dafür heiße ich Dich herzlich willkommen auf meiner Top 5 Shitlist of Horror, lieber Midnight Meat Train. Du hast nämlich wirklich keinerlei Daseinsberechtigung.

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