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Midnight Meat Train beginnt als düsterer Mystery-Thriller und entwickelt sich über weite Strecken zu einem intensiven, atmosphärisch starken Film. Die Geschichte folgt einem Fotografen, der einer seltsamen Mordserie in der U-Bahn nachgeht – und je tiefer er gräbt, desto verstörender wird das Bild, das sich ihm offenbart.

Der Film punktet vor allem durch seine düstere Ästhetik, den druckvollen Spannungsaufbau und starke Schauspieler – allen voran Bradley Cooper, der die Rolle des skeptischen, zunehmend besessenen Protagonisten glaubwürdig und intensiv verkörpert. Auch Vinnie Jones als schweigsamer Killer ist eine perfekte Besetzung.

Besonders gelungen sind die mystischen, verstörenden Elemente, die sich im Verlauf der Geschichte immer weiter zuspitzen – etwa die Szene, in der sich der Killer abstoßende Hautwucherungen selbst entfernt. Leider leidet der Splatter-Faktor oft unter deutlich erkennbaren CGI-Effekten, was manche Effekte künstlich wirken lässt und die Wucht einzelner Szenen schmälert.

Dann jedoch kommt der Bruch: Aus dem realitätsnahen Serienkiller-Thriller wird plötzlich ein Lovecraft-artiger Mythos. Der Twist, dass uralte Wesen unter der Stadt leben und gefüttert werden müssen, wirkt aufgesetzt und wenig vorbereitet. Statt ein rundes Ende zu bieten, verliert sich der Film in einer skurrilen Wendung, die eher Fragen aufwirft, als für Klarheit zu sorgen. Dass der Protagonist am Ende selbst die Rolle des Killers übernehmen muss, wirkt zwar konsequent innerhalb der Logik des Films, aber gleichzeitig auch enttäuschend und unbefriedigend.

Unterm Strich ist Midnight Meat Train ein spannender, kompromissloser Film mit starker Atmosphäre, gutem Cast und interessanten Ideen – aber auch mit einem überhasteten, in seiner Logik brüchigen Finale. 

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