Review

kurz angerissen*

Nicht die Haupthandlung ist es, die zwangsläufig auf den Fight-Club-Autoren schließen lassen würde, sondern vielmehr die zur Unsichtbarkeit verdampfte Gesellschaft, die von den extremen Handlungen des Protagonisten kaum Notiz zu nehmen scheint oder wenigstens nicht angemessen viel. Sam Rockwell sieht als sexsüchtiger Victor auffällig unauffällig aus, und seine Identität als Schauspieler verschwindet praktisch vollständig hinter seiner Rolle. Wie man so schön sagt: Er IST dieser Mann, der da Paz de la Huerta bei der Palahniuk’schen Gruppentherapie knallt, der so ein vetrautes Verhältnis zu seiner Mutter (Anjelica Huston) pflegt, obwohl es ihm normalerweise fremd erscheinen sollte, der zu unglaublichen Mitteln greift, um sich reichen Menschen anzubiedern. Rockwell wirkt nur dann verkleidet, wenn er es soll: In Victors Job, als völlig albern verkleideter „historischer Darsteller“.

Mit ihm steht das gesamte Gerüst, eine kleine (im Vergleich mit „Fight Club“-Dimensionen überaus bescheidene) Erzählung, deren humoristische Seiten unaufdringlich kauzig sind und deren dramatische nur dann über die Stränge schlagen, wenn auf Teufel komm raus eine Poesie im Filmtitel gefunden werden soll und Metaphorisches in reale Ereignisse gemünzt wird, um wiederum auf das Metaphorische dahinter zu verweisen. Ansonsten eine absolut sehenswerte Kuriosität, die auch noch eine Menge toller Nebendarsteller zu bieten hat – obwohl sie sonst voll und ganz auf Rockwell zugeschnitten ist.

*weitere Informationen: siehe Profil

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