Review

So kann sich das unter jungen Touristen auf einer Luxusyacht hochschaukeln: Erst der Donkey Punch und dann der ungleiche Kampf zwischen Frauen und Männern.
Schuld sind einmal mehr die Drogen beim reiselustigen Jungvolk, denn wer kommt schon laut dieser seltenen Sexualpraktik auf die Idee, es einer Frau von hinten zu besorgen und ihr im Moment des Orgasmus einen kräftigen, angeblich stimulierenden Schlag ins Genick zu versetzen?

So geschehen auf der Yacht, die irgendwo auf dem offenen Meer in der Nähe von Mallorca treibt. Die Männer sind sich nach dem tödlichen Ereignis darüber einig, die Leiche im Meer zu versenken, um die Tat wie einen Unfall nach übermäßigem Alkoholkonsum aussehen zu lassen, während die Girlies Tammi und Kim dagegen sind.
Nach einiger Zeit eskaliert die Situation, Provokationen und Ausraster folgen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Opfer zu beklagen ist.

Es ist ganz klar: Egal, welchen Geschlechts der Zuschauer ist, man ist auf alle Fälle auf Seiten der beiden Frauen, deren moralisches Anliegen überaus nachvollziehbar erscheint, zumal die Tat und der dazugehörige Akt mit dem Camcorder festgehalten wurde.
Zumindest bis zu einem gewissen Zeitpunkt, denn später stehen die Damen den Herren in Sachen rücksichtsloser Schnellschüsse in nichts nach und handeln ihrerseits emotional völlig impulsiv ohne nachzudenken.

Leider benötigt die Geschichte rund eine halbe Stunde, um überhaupt in Gang zu kommen. Außer Feiern, Drogen und noch härteren Drogen ist lange Zeit nichts zu filtern, Figurenzeichnung bis auf Tammi komplette Fehlanzeige und so lässt sich bereits erahnen, wer schon aufgrund sexuell gezügelter Einstellungen und äußerst gemäßigtem Drogenkonsum am Ende überleben könnte.
Zwar wirken die Hochglanzbilder im Meer planschender junger Leute recht ästhetisch, was auch auf darauf folgende Softsexszenen zutrifft, doch inhaltlich ist das bis auf weiteres eine Nullnummer.
Erst nach dem titelgebenden Donkey Punch kommt Psychologie ins Spiel.

Es geht um Schuldzuweisungen und Verantwortung, da spielt einer dem anderen den schwarzen Peter zu und selbst unter den beiden Frauen entfacht ein kurzer Streit.
Da sich die beiden Ladies in der Minderheit gegenüber vier Männern befinden, muss ihre Gegenwehr um einiges intensiver ausfallen, worauf der Betrachter aufgrund etwas zu ausgedehnten Geschwätzes und Tangierens eine ganze Weile warten muss.
Schließlich kommt im letzten Drittel doch noch mehr Bewegung ins Spiel, mit Verbarrikadieren, Flucht ins Rettungsboot und erneutem Verschanzen inklusive Besorgens eines Schiffsmotors…

Dennoch, die Gewaltszenen fallen nicht allzu derbe aus. Spektakulär ist noch eine Szene, in der eine Leuchtrakete als Waffe missbraucht wird, ansonsten kommen nur Messer und Seil zum Einsatz, mit dem vorhandenen Gewehr wird zwar phasenweise hantiert, aber eher nicht gefeuert. Obgleich die Kamera grundlegend sauber arbeitet, fallen einige Details der manchmal unzureichenden Beleuchtung zum Opfer, während die FX durchgehend ordentlich aussehen.

Schade, dass auf darstellerischer Seite nicht in mehr investiert wurde, als austauschbare Gesichter zu präsentieren, die sich katalogmäßig auch noch ähneln.
Immerhin agieren die meisten von ihnen glaubhaft, was für die Zuspitzung zum zu kurz geratenen Showdown von Bedeutung ist.
Am Ende stellt sich nur noch die Frage, ob einem Überlebenden die Puste ausgeht und entsprechend entgegenkommend interveniert, oder ob man sich bis zum allerletzten Gegenüber mit Einschüchterungsversuchen und fiesen Tricks bekämpft.

Gewiss hätte dieser Psycho-Thriller noch eine Menge mehr aus seinem Potential schöpfen können, - schließlich bildet das Sujet eine halbwegs realistische Situation, die eine Ausgangslage auf beengtem Raum durchaus eskalieren lassen kann.
Demgegenüber mangelt es jedoch an brauchbaren Figurenzeichnungen, - nur zwei von insgesamt sieben stechen anfänglich heraus, was für anstehende Konflikte, vor allem auf psychologischer Basis, einfach zu wenig ist.
Inszenatorisch sorgfältig, auf Handlungsebene überwiegend glaubhaft, im Gesamtbild aber nie mitreißend genug, um vollends zu überzeugen.
6 von 10

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