Die Story ist ähnlich der von Coma von 1978 mit Michael Douglas. Es geht in gewisser Weise um eine Verschwörung in einem Krankenhaus. Dabei weiß der Zuschauer zunächst nicht, oder zumindest sollte er nicht wissen, wer mit wem unter einer Decke steckt und am Ende wird das Ganze dann Wild Things like aufgelöst. Leider kommt das Ganze nicht wirklich überraschend. Wer genau aufpasst wird ohne größere Probleme erkennen können wer wohl mit wem gemeinsame Sache macht und hinterher die große Kohle einsackt. Wer Wild Things gesehen hat wird es sowieso erkennen. Tja, einbisschen vorhersehbar ist er ja, das kann man nicht leugnen. Leider ist Betrayal of the Dove auch bei weitem nicht so spannend und gut wie der sehr spannende Coma mit Michael Douglas. So richtig logisch ist Betrayal of the Dove ebenfalls nicht immer. Mal eine kleine Kostprobe: Ellie und fährt mit ihrer Tochter über eine Straße. Dabei scheint sie von einem LKW verfolgt zu werden und tatsächlich als sie abbiegt folgt ihr der Lastwagen. Ellie fährt schneller und der LKW nimmt die Verfolgung auf. Als sie dann durch ein paar Reiter, die die Straße überqueren, zum Bremsen gezwungen wird hält auch der Lastwagen, der Fahrer steigt aus und berichtet ihr, dass er schon Stunden hinter ihr her gefahren ist um ihr zu berichten, dass ihre Bremsflüssigkeit ausläuft. Aha, der gute Mann fährt also stundenlang hinter ihr her. Was mich interessieren würde ist, warum hat er es ihr nicht irgendwie bei der Fahrt schon zu Beginn sich bemerkbar gemacht. Da kann man hupen oder sonst irgendwas machen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Fahrer mit seinem LKW stundenlang hinter einem Auto herfährt und es nicht schafft ihn irgendwie zum Anhalten zu bewegen oder dem Fahrer oder in diesem Fall eine Fahrerin mitzuteilen das die Bremsflüssigkeit alle ist. Seltsam...
Die Mängel sind hier also mehr als offensichtlich und unschwer zu erkennen. Nichtsdestotrotz kann man den Film aber noch so halbwegs genießen. Gelegentlich kommt dann ja auch mal Spannung auf, nur halt nicht so oft wie es wünschenswert wäre. Die Darsteller sind eigentlich ok. Hier spielt unter anderem auch Billy Zane mit, als HalsNasenOhren Arzt der in dem besagten Krankenhaus mit der Verschwörung arbeitet und sich mit der Hauptfigur, Ellie die von Helen Slater gespielt wird, einlässt. Die hat sich gerade erst von ihrem Mann getrennt, scheint dann aber erstmal glücklich mit Dr. Jesse Peter zu sein und ihre Tochter scheint ihn auch zu mögen. Billy Zane hatten wir im sehr spannenden Dead Calm ja bereits schon mal in einem Psychothriller gesehen, als angeblich einzigen Überlebenden eines verunglückten Schiffes, der sich dann aber als Psychopath entpuppt und sich auf dem Schiff von Sam Neil und Nicole Kidman einnistet und ihnen das Leben zur Hölle macht. Hier spielt er den Onkel Doktor, also eine etwas andere Rolle, macht das aber gut. Man kann eigentlich auch sagen, dass die Rolle gut für ihn geeignet ist. Als gerade fisch geschiedene Mutter die sich in Dr. Billy Zane verliebt gibt es Helen Slater zu sehen, und die macht ihre Sache auch gut. Die Darsteller sind gut und halten einen bei Laune. Das ist positiv.
Alles in allem schafft es Betrayal of the Dove mit Hängen und Würgen noch gerade so zum Durchschnittsfilm. Es gibt spannendere Psychothriller, viel spannendere Psychothriller, handlungsmäßig macht er nicht so viel her, man vermisst Logik, dafür gibts allerdings Verhesehbarkeit und das Ende, das einen überraschen soll tut dies nicht. Immerhin gibt es hier noch ein paar Spannungsmomente, die Darsteller sind gut und Langweilie kommt lobenswerter Weise nicht auf. Zum einmaligen Ansehen ist der Film noch so gerade eben ok. Es gibt keine Längen und Betrayal of the Dove ist nicht zäh, so dass man ihn noch angucken kann. Ein guter Film ist Betrayal of the Dove aber wirklich nicht. Naja, gerade noch Mittelmaß.