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Die Trickfilmszene in Deutschland hat sich im letzten Jahrzehnt stark ausgeweitet. Alles begann mit den „Werner“ Filmen und danach wurden diverse andere Werke geschaffen. Wie „Das kleine Arschloch“. Die Comics von Walter Moers wurden hier verfilmt. Es geht um einen Jungen der nur Ärger macht.

Schon bei der Geburt waren sich alle einig. Um dieses Kind kann es sich nur um ein Kleines Arschloch handeln. Und sie hatten recht. Der Junge stört seine Eltern beim Sex, quält den Nachbarshund und pumpt den auch noch mit LSD voll. Er belästigt eine alte Frau in die er unsterblich verliebt ist. Er quält Blinde und treibt fast jedem in seiner Gegend zum Selbstmord. Aber auch seine Band kriegt die ein oder andere Faust wegen ihm zu Schmecken.

3 Millionen Zuschauer sahen den Film 1997 im Kino. Und man kann schon sagen das der Film so langsam schon Kultstatus erreicht hat. Die Synchronisation ist wirklich gelungen. Das kleine Arschloch klingt so ein bisschen wie Bart Simpson. Aber auch die restlichen Synchronsprecher machen ihre Arbeit wirklich gut. Allerdings hört man einige Sprecher auch mehrmals.

Und auch der Comedian Helge Schneider verhalft den Film zum Kultstatus. Er spricht den „alten Sack“ (den Großvater vom Arschloch). Der gesamte Film ist eigenlich nur auf Sex und respektlosen bissigen Humor aufgebaut. Langweilig wird der Film aber nicht. Für 70 Minuten ist der Film schon ziemlich Abwechslungsreich.

In manchen Szenen wird sogar gesungen. Und manche Songs sind wahrhafte Ohrwürmer. Das „Kleine Arschloch“ hat im Film keinen Namen. Der Junge ist regelrecht verkorkst. Kein Wunder der Junge hat sich ja wohl auch von den Medien beeinflussen lassen. Wenn man die Taten des „Arschlochs“ sieht wundert man sich auch nicht das in seinem Regal „120 Tage von Sodom“ steht.

Aber keine Sorge! Das hier ist alles nur Trickfilm. Und ein Realfilm würde wohl auch kaum möglich sein. Denn dafür wäre der Film zu hart. Er schreibt ständig in seinem Tagebuch. Aber irgendwie ergibt der Film keinen Sinn. Der Junge baut 70 Minuten nur Mist. Und das wars. Man sieht nur 70 Minuten wie ein Junge sein Leben regelrecht verkorkst.

Trotzdem sollte dieser Film nicht in Kinderhände geraten. Die FSK 12 ist in diesem Fall zwar passend aber eine FSK 16 würde ich auch noch verstehen. Der Film bietet viel Sex und viele Derbheiten. Die nun wirklich nicht jedermanns Geschmack sind. Die Zeichnungen sind recht gut gelungen aber nicht unbedingt perfekt. Wie auch schon in den „Werner“ Filmen blieb Michael Schaack bei den „Knollnasen“.

Aber auch die Christen, Behinderte und sogar Nazis kriegen hier ihr Fett weg. Der Film bietet zwar Highlights allerdings ist die Story ziemlich dürftig. Außer dem Arschloch sehen wir auch den „alten sack“ der dem Arschloch ziemlich ähnelt. Nur im Unterschied zum Jungen ist der „alte Sack“ knapp 80 Jahre älter. Und gerade am Ende dreht der Opa richtig ab.

Die Band vom „Arschloch“ besteht aus 4 Jungen, Dem Arschloch selbst und noch drei Klassenkameraden. Die Band träumt vom großen Ruhm. Sie haben die Rechnung aber ohne dem „Arschloch“ gemacht. Bei jedem Auftritt werden die Jungs irgendwie vermöbelt. Außer das „Arschloch“. Denn das flieht durch Bühnenschächte und Hinterausgänge. Man kann aber auch verstehen das die Jungs verprügelt werden. Sie beleidigen auf ihrer „Tournee“ Christen, Nazis und Trucker.

Der Film wird nach der Zeit immer Perverser. Und gerade das Ende ist ziemlich flach ausgefallen. Das Schulfest entpuppt sich durch das „Arschloch“ als wilde Sexparty. Die Graultaten des „Arschlochs“ wechseln immer. Manche Szenen sind schon ziemlich hart. Wie als der Junge zwei Babys vertauscht. Und man darf nicht vergessen. Alle Graultaten macht das „Arschloch“ mit reiner Absicht.

Die Musikalische Untermalung ist sehr Gelungen. Die Musik ist sehr Empfelenswert. Alle Texte sind sehr fies und geschmacklos ausgefallen, allerdings passen die Songs in die Szene und zum Film allein. Wie der Anfangssong. Alle Songs werden vom „Arschloch“ gesungen. Der Lovesong zu „Inge“ ist allerdings ein wahrhaftes Highlight. Die Songs sind Klasse gesungen und ein Blick auf die Soundtrack-CD könnte man ruhig werfen.

„Das kleine Arschloch“ ist ein Film den viele Leute verabscheuen. Man kann es denen aber auch nicht verübeln. Denn hier wird ganz schön geflucht und ziemlich oft werden Derbheiten zur Schau gestellt. Dieser Film ist reine Geschmackssache. „Werner-Fans“ werden hier Spaß haben. Laut Zeitungsangaben ist für Sommer 2006 ein zweiter Teil geplant. Man kann gespannt sein ob es was wird.

Fazit: Herrlich respektlos! Mit viel Abwechslung und eine Menge Derbheiten. Reine Geschmackssache!

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