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Bei dem "Kleinen Arschloch" handelt es sich um einen pubertären, geschmacklosen und unverschämten Jungen, der keine Gelegenheit auslässt, um andere zu demütigen, um sich an deren Elend zu erfreuen. Dann verliebt sich das Arschloch auch noch in eine Rentnerin von nebenan, bringt sich und seine Band des Öfteren in Lebensgefahr, watetet auf den Tod seines Großvaters, um dessen Zimmer zu bekommen, bereitet einen Vortrag über das Thema Sexualkunde vor, der ihn vorm Sitzen bleiben bewahren soll und hat schon einen Plan, wie er die Abschlussfeier an seiner Schule möglichst heftig sabotieren kann.

Es gibt Filme die Niveau haben, es gibt Filme, die Niveau heucheln und es gibt die Filme, die zwar niveaulos sind, aber gern welches hätten und es gibt "Kleines Arschloch - Der Film". Die Comics sind mir nicht bekannt, aber ich unterstelle einfach mal, dass keine geistigen Perlen vorhanden waren, die der Film ausgelassen hat und bei der Story merkt man auch den Comic-Ursprung des Werks. Der Film ist mehr oder weniger episodenhaft zusammengeschustert und damit stellenweise etwas zusammenhanglos, aber angesichts des hohen Tempos und der fülle an Gags tritt die Story sowieso in den Hintergrund, zumal man sich besser keine Gedanken darüber macht, wenn man den Film genießen will.

Der Humor ist fäkalhaltiger, als alles, was uns die amerikanischen Teenie-Komödien bisher aufgetischt haben, zu jedem Zeitpunkt dreist, über weite Strecken geschmacklos, stellenweise unangemessen und ab und an sogar peinlich und einfach nur ekelhaft. Teilweise gibt es auch mal den einen oder anderen hintergründigen oder satirischen Gag zu sehen, aber diese bilden leider eher die Ausnahme, so lebt der Film im Endeffekt beinahe ausschließlich an seiner unglaublich hohen Schamlosigkeit, wobei er damit durchaus gut unterhalten kann, zumal er definitiv einzigartig ist und selbst den unterbelichteten "Werner"-Humor noch einmal überbietet.

Zeichnerisch ist "Kleines Arschloch" alles andere als ein Juwel, was angesichts der zahlreichen Ekel-Szenen vielleicht auch besser so ist. Das Erzähltempo ist sehr hoch, teilweise sogar gehetzt, aber so unterhält der Film über seine kurze Laufzeit sehr gut, zumal die Monologe der Hauptfigur dafür sorgen, dass der Film nie zum erliegen kommt. Was noch als sehr positiv zu erwähnen wäre, ist der hervorragende Score, bestehend aus dem einen oder anderen lustigen Lied, wobei die Gesangseinlagen durchaus gut dosiert sind, auch wenn der satirische Ansatz durch diese Einlagen endgültig verschwimmt, aber man kann nun mal nicht alles haben.

Um den Film genießen zu können, darf man überhaupt nichts erwarten und sollte sich dann einfach nur berieseln lassen, aber so funktioniert der Film dann auch ganz gut. Ein Problem dürfte "Kleines Arschloch" dann aber doch bekommen, denn die Zielgruppe ist sehr klein. Ältere und Konservativere werden sich den Film wohl niemals zu Gemüte führen und für kleinere Kinder ist der Film ebenfalls alles andere als geeignet, wer also glaubt, dass es sich bei diesem Trickfilm um abendfüllende Familienunterhaltung handeln könnte, der liegt unglaublich falsch.

Fazit:
"Kleines Arschloch - Der Film" ist vollkommen niveaulos, geschmacklos und teilweise so dämlich und peinlich, dass es weh tut, kann aber dennoch mit der hervorragenden Musik und mit dreisten Gags am laufenden Band, sowie mit Fäkalhumor der extremsten Sorte über die volle Laufzeit unterhalten. Nur für Zuschauer geeignet, die dem Thema Sexualität sehr aufgeschlossen gegenüberstehen, vom Film überhaupt nichts erwarten und geistig auf Durchzug schalten können. Allen anderen wird beim Ansehen zu übermäßigem Alkoholgenuss geraten.

64%

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