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Vornweg : manche mögen den Film als unpolitisch korrekte Zeichentrick-Satire sehen, aber mit seinen verbalen Entgleisungen und andauernden Sexschwafeleien kann er höchstens ein paar Pubertierende begeistern. Richtige Anarchofans können die seelenlose Aneinandereiung diverser Komikelemente nur bedingt gut finden. Einzig Helge Schneider, der einzig wahre Anarchist dieses Filmes, ist hörenswert. Alles andere ist total nervig, zumal die heutige Jugend diesem Arschloch in nichts mehr nachsteht. Ein zwölfjähriger kleiner Junge, der andauernd vom Wichsen redet, Tiere quält, alte Frauen liebt und seine Familie in den Wahnsinn treibt : das sieht man täglich auf RTL und Sat 1!
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Was habe ich in den 90ern mit Begeisterung in den frechen Comics von Walter Moers geschmökert und mich über die kranken Späße des kleinen Arschlochs und des alten Sacks scheckig gelacht, bis die Tränen flossen. Und wie enttäuscht war ich dann vom Film, wo bloß sämtliche alten Strips - scheinbar ohne einen einzigen neuen, nur für den Film geschriebenen Gag - lieblos in irgendeiner Reihenfolge hingerotzt werden, die nicht einmal einen echte Handlung ergibt. Ganz übel ist aber die plärrende Stimme unseres respektlosen, kleinen Antihelden, denn wie der alle seine Zeilen lustlos runterspult und mit der Betonung andauernd daneben liegt, das lässt einem schon die Ohren bluten. So werden zahllose zynische Kommentare komplett ruiniert. Wenigstens Helge Schneider war keine schlechte Wahl als Sprecher des sexgeilen Rollstuhlgreises. Alles andere hingegen ist beschämend schlecht.