Um Regisseur Rob Cohen ist es derzeit auch sehr ruhig geworden. Zuletzt nervte er uns mit " Stealth - Unter dem Radar ", mit " The Fast and th Furious, Triple X " und natürlich " Daylight " feierte er seine Höhepunkte. Mit einem Budget von 80 Millionen Dollar ging er ans Werk und kreierte einen actiongeladenen Katastrophenfilm, mit einer noch heute top aktuellen Thematik. Da ist es wirklich schade, dass grobe Defizite im Drehbuch von Leslie Bohem auszumachen sind.
Durch eine waghalsige Autoflucht von drei Dieben kommt es zur Katastrophe, denn ihr Auto kollidiert mit LKWs, welche mit Giftmüll beladen sind. Dadurch kommt es zur Explosion im Tunnel und eine kleine Gruppe Überlebender wird von der Außenwelt abgeschnitten. Eingesperrt im Schutt haben sie nur noch Luft für drei Stunden. Zum Glück ist der ehemalige Chief des Katastrophenschutzes Kit Latura (Sylvester Stallone) gerade zugegen. Kit schafft es durch ein waghalsiges Manöver zu der eingeschlossenen Truppe zu gelangen. Aber auch Kit hat die Katastrophe unterschätzt und bald bricht auch noch das Wasser des oben gelgenen Hudson Rivers durch.
Das Thema um unsere Tunnels wird immer brisant bleiben. Die ADAC Tests fallen meistens verheerend aus und es gab in den letzten Jahren immer wieder Unfälle in Tunnls. Abwegig ist die ganze Sache also nicht, nur muss es denn schon wieder Giftmüll sein ? Zudem wird das Zeug so offen in Planenfahrzeugen durch die Gegend kutschiert, dazu noch schlecht gesichert. Der Giftmüll ist hochexplosiv, aber die Fahrzeuge werden bis unter das Dach geladen und fahren auch noch bei Berufsverkehr. Wenn ich Giftmüll verschwinden lassen wollte, dann würde ich das Nachts tun und nicht in der Rush Hour. Durch drei vertrottelte Diebe, die vor der Polizei fliehen, kommt es dann zur Katastrophe.
Vorher werden uns die klischeebeladenen Charaktere im Schnelldurchgang präsentiert. Da wäre das gutmütige Rentnerehepaar mit Riesenhund, eine zerstrittene Kleinfamilie, der Gefangenentransporter, die Schüchterne, welche sich zur Heldin mausert, ein Extremsportler und natürlich Kit. Die unterschiedlichsten Charaktere, gestrickt nach dem altbewährten Muster. Erst hasst und zankt man sich und misstraut vor allem Kit, doch später bilden sie eine Einheit. Um das Ganze zu vervollständigen hat Kit natürlich auch eine traurige Vergangenheit, welche das Misstrauen der Eingeschlossenen noch fördert. " Mit massenhaft Klischees dieser Art, muss sich " Daylight " herumschlagen und verkommt somit auch fast nur zum Durchschnittswerk.
Da kann man nur mit Spannung und Action dagegen halten. Allein die anfängliche, wirklich bombastische Explosion, verschlang gut ein Drittel der ganzen Produktionskosten. Dementsprechend brachial ist sie auch ausgefallen, das Meiste ist Handarbeit, CGI wurde nur dort eingesetzt, wo es nicht anders ging. Die Kulisse hätte man eigentlich nicht besser gestalten können. Ständig wird die Truppe von neuen Problemen heimgesucht. Erst drohen sie zu ersticken und zu verbrennen, dann kommt auch noch das Wasser, welches stetig steigt. Schließlich müssen auch Einige in der Truppe, auch Sympathieträger, ihr Leben lassen. Doch der Zuschauer kann sich denken, dass Kit immer im letzten Augenblick eine Lösung einfällt. Trotz dieser Vorhersehbarkeit ist die Spannung auf hohem Niveau und dank der fast Non Stop Action wird man gut unterhalten.
Randy Edelman´s Score klingt wirklich toll und weiss das Ganze gut zu untermalen, ist aber in manchen Szenen doch zu heroisch, ganz besonders wenn Einer aus der Truppe sein leben lassen muss.
An den Darstellern kann man eigentlich nicht meckern, Sylvester Stallone macht einen guten Job, aber keinen Herausragenden. Eher routiniert spult er die Rolle des Kit Latura herunter, welche etwas an seine damalige Figur Gabe Walker aus " Cliffhanger " angelehnt ist. Mit Amy Brenneman, Viggo Mortensen, Dan Hedaya sind weitere bekannte und sympatische Darsteller am Werk.
Explosiver, actiongeladener und auch spannender Katastrophenfilm, der mit jeder Menge Klischees zu kämpfen hat.