Der junge Dr.Jekyll ist wohl genau das, was man ein Arbeitstier nennt. Unter vollkommener Isolation arbeitet er mit weiblichen Hormonen von frischen Leichen an einem Elixier fürs ewige Leben. Er testet das Elixier an sich selbst und schon verwandelt er sich in eine Frau. Ms. Hyde ist geboren, doch für weitere Experimente braucht Dr.Jekyll noch mehr Leichen und solangsam leeren sich die Strassen des englischen Dörfchens. Als Scotland Yard Verdacht an Jekyll schöpft, verwandelt er sich in Hyde, doch die dominiert bald schon Jekylls Persönlichkeit.
Diese Hammer Produktion über die altbekannte und wirklich faszinierende Geschichte von Dr.Jekyll und Ebenbild Hyde ist in seiner Inszenierung fast schon so routiniert wie altbacken träge. Ohne Zweifel weiss der künstliche Charme von Hammer zu überzeugen, die Kulissen sind abermals weltklasse, leider herrscht viel zu sehr ein arg dunkles Bild vor. Ein Film wie aus einem Schundroman, unterlegt mit pompös aufgebauten Score, in Szenen in denen es mal richtig düster zur Sache geht. Das unterhält fabelhaft, für einen solchen Film ist das perfekt für einen verregneten Sonntagnachmittag. Aber über weite Strecken ist dieser Film einfach bloss lähmend, warum auch immer, denn Dr.Jekyl und Sister Hyde ist ein durchweg spannender und schöner Film, aber allgemein wohl zu gehaltlos um als absoluter Überflieger zu gelten. Was bleibt ist eine in Ansätzen tolle Geschichte, wunderbare Darsteller, hübsche Kostüme, für die Zeit bemerkenswerte Effekte und wunderschöne künstliche Kulissen, sodass der Gothichorrorcharme nur so überspritzt. Am Ende ist man aber doch froh, wenns vorbei ist.
Fazit:
Ein schöner aber träger Hammerfilm über den ehrgeizigne wie verrückten Doktor Jekyll, deren zweite Persönlichkeit Hyde bald Überhand über ihn übernimmt. Stellenweise arg trocken, aber immerhin solide.
63%