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Eine junge, total misshandelte Frau kriecht morgens über einen U-Bahnsteig, und wird von der Polizei aufgelesen. Hier erzählt sie ihre schreckliche Geschichte:

Einige junge Frauen wollen einen schönen Abend in der Disco verbringen, und werden vom Freund der Hauptdarstellerin (welche am Anfang von der Polizei aufgelesen wurde), welcher ein richtiges Ekelpaket ist, hingefahren. Auf dem Weg zur Disco lernen sie einen Penner kennen, welcher total heruntergekommen mit seinem Einkaufswagen herumfährt. Dieser wird vom Freund der Hauptdarstellerin angepöbelt. In der Disco kommt es zum Streit zwischen der Hauptdarstellerin und ihrem Freund. Er wird aggressiv, und muss vor ihm flüchten. Während er auf der Suche nach ihr draussen herumrennt, begegnet er nochmal dem Penner, der den jungen Mann zu seinen Pennerfreunden bringt, welche mit Vorliebe aufgegabelte Menschen verspeisen. Also nagen die Freaks ein wenig an dem Kotzbrocken herum, doch sehr zur Freude dieser Meute, kidnappt der Penner auch noch die 3 Frauen, welche auf die nächste U-Bahn gewartet haben. Ein Psychotrip beginnt.

Tortura ist die gelungene deutsche Antwort auf die Folter- und Terrorfilmwelle, welche sich in letzter Zeit im Horror- und Splattergenre breit gemacht hat. Der Film weist ähnliche Strickmuster wie andere Filme dieses Genres auf (zB Hostel), doch erweitert diese "Klischees" um einige interessante Aspekte.

Es handelt sich hier um eine Amateurproduktion, dennoch gibt es an der Qualität (Digital Video), den Sets und der Produktion nichts zu meckern. Ich würde den Film eher im gehobenen Low Budget Bereich ansiedeln. Die Geschichte ist ab einem gewissen Punkt insofern relativ interessant, dass sie sehr viel Terror und Spannung bietet, und der geneigte Zuschauer so gut wie garkeine Verschnaufpause bekommt. Die perversen "Spielchen", sowie der leicht sozialkritische Aspekt, der durch die degenrierten Penner angeschnitten wird und zu guter letzt die Splatterszenen machen den Film wirklich interessant.

Splatter gibt es natürlich auch reichlich, dennoch wurde hier mehr wert auf die Untermalung des Terrors als auf einen Splatteroverkill àla Ittenbach oder (frühen) Schnaas gesetzt. Dennoch dürfte es für Gorehounds durchaus zufriedenstellend sein, was hier passiert, denn die Effekte sind allesamt sehr gelungen, und relativ fies sind sie teilweise auch.

Sehr gut hat mir das Ende gefallen, da es wirklich sehr kompromisslos ausgefallen ist, und somit im Gegensatz zum typischen Hollywoodweichspüler Filmchen steht.

Fazit: Gelungene Variante des Folterthemas aus deutschen Landen, welches sehr ambitioniert und professionell, auf der selben Seite jedoch sehr hart dreckig rüber kommt. Sollte man sich auf jeden Fall mal anschauen, sofern denn eine gewisse Affinität zu diesen Themen da ist.

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