Review


Inhalt (englische Fassung):

China, vor vielen Jahrzehnten. Tingyi (Barry Chan aka Wei Tzu-Yun) ist noch ein kleiner Junge, als seine Familie von dem japanischen Yakuza-Boss Sang Pong (Yee Yuen aka Yi Yuan) brutal ausgelöscht wird.

Die Jahre vergehen, und Tingyi ist ein herausragender KungFu-Fighter geworden.
Er heuert beim chinesischen Triaden-Boss Ching (Ko Yu-Min) an, und wickelt diverse Aufträge für diesen ab. Es kommt zu etlichen Kämpfen und Herausforderungen. Tingyi ist ein verbissener, zäher Typ und meistert jeden Fight siegreich.

Dann taucht Sang Pong auf, um mit Ching einen Deal einzugehen.
Tingyi ahnt noch nicht, dass ist der Mann der seine Familie auf dem Gewissen hat.
Ching spielt ein falsches Spiel mit Tingyi, und dieser wird gewahr, dass Sang Pong der Mörder seiner Eltern ist.

In der japanischen Kampfschule, die den Gangstern als Tarnung dient, kommt es zum brutal geführten Show-Down, und später am Strand zum gnadenlosen Duell zwischen Tingyi und Sang Pong.
Ein erbarmungsloser Kampf auf Leben oder Tod!


Kritik:

1973 entstand ein weiterer, eisenharter KungFu-Actioner im Stile der bahnbrechenden, das Eastern-Genre nun maßgeblich beeinflussenden Filme Bruce Lee´s, unter der Regie von Wu Chia-Chun für ein taiwanesisches Label.

Das Manko dieses Streifens ist einmal mehr wie bei vielen Filmen dieser Art die Story und deren Umsetzung. Anfangs fast zusammenhanglos und dann fast dahinplätschernd, ist "The Chinese Dragon" fast nur eine Fight-Collage mit noch nicht einmal gutklassigen Kämpfen.
Die DarstellerInnen kämpfen nicht nur gegeneinander vor der Kamera, sondern auch noch gegen das magere, eingangs und bis über die Mitte hinaus unausgegorene Script.
Dann nimmt die Dramatik zu, der Streifen gewinnt etwas an Spannung und Kontur, und nicht nur die Fight-Dichte sondern auch die Qualität der KungFu-Action legt zu, und "The Chinese Dragon" wird noch zum halbwegs soliden, knallharten KungFu-Fightactioner, der die eingefleischten Eastern-Fans so gerade eben überzeugt.

In nüchterner Atmosphäre, eben ein kostengünstiger B-Eastern von der Stange, agiert Barry Chan (aka Wei Tsu-Yun) als Anti-Held, verbissen versucht er Fuß zu fassen in der Unterwelt, und wütet dann gegen die Bösen.
An Bruce Lee reicht Barry Chan da natürlich nicht heran, aber sein Rollen-Bild solide ausfüllend, prügelt sich Barry denn durch diesen KungFu-Film vom Fließband.
Ko Yu-Min, oft als Shaolin-Oberer im Eastern-Genre zu sehen, ist hier der dickliche Triaden-Boss, stets in Hemd mit Fliege und Zigarren paffend, mehr gibt da schon der andere Villain her: Yee Yuen aka Yi Yuan.
In etlichen Villain-Rollen gestählt, ist Yee Yuen die erste Wahl für einen brutal-hinterhältigen Bösewicht, und auch hier agiert er gewohnt-routiniert, ja gekonnt.

Die beiden wenig gehaltvollen weiblichen Rollen werden von Meng Ting und Lee Wai gespielt. Lee Wai in knallenger, roter Hose, zeigt sie ihren äußerst wohlgeformten Po, der ein echter Hingucker ist. Dann bieten die beiden aufeinander eifersüchtigen Damen sich noch ein hasserfülltes Duell, leider zu kurz, aber sowas sieht man als Mann ja immer all zu gerne.

Der Rest des Ensembles agiert soweit solide, Sun Yueh als gewohnt schleimiger Typus, und Wu Yen als kompakt gebaute Würfel-Spielerin, die auch eine Puff-Mutti perfekt verkörpern könnte, fallen da noch am meisten auf.

Und schon bin ich beim wieder mal Wichtigsten, der KungFu-Action. Zunächst sehr rustikale Fights, Kampfkunst sieht da natürlich anders aus.
Tja, dies und die inkohärente Storyline, lassen "The Chinese Dragon" erst mal ziemlich schwach wirken.
Doch wie schon oben stehend erwähnt, zieht das Ganze doch noch von der Spannung und dem Geschehen her an, so wie die KungFu-Action an Dramatik und Skills hier zulegt.

Die Techniken sind jetzt klarer herausgearbeitet, die KungFu-Moves noch kerniger, noch härter, es wird brutal gefightet, und am Ende dann KungFu-Action-Total. Das Finale hätte in der Kampfschule von der Örtlichkeit her "bleiben" können, doch die Regie verlagert das End-Duell dann an einen Strand, na ja okay. Hier kommt es dann zum Show-Down zwischen Barry Chan und Yee Yuen, zum finalen Höhepunkt.

"The Chinese Dragon" ("Aikido - Die 5 Finger des Todes") kann sich noch entwickeln, wird noch zum halbwegs annehmbaren, knallharten KungFu-Actioner für die eingefleischten Eastern-Fans, mehr für "so zwischendurch", aber immerhin.
Sehr knappe, noch solide 6 von 10 Punkten stehen da in meiner leicht wohlwollenden Bewertung zu Buche.

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