London:
Die Geheimorganisation „Schwarze Hand“ hat bei der letzten Karateweltmeisterschaft in Rom ihr Geld auf Bruce Lee gesetzt. Dieser wurde allerdings von Tong Lung besiegt [ und getötet ? ], so dass ihr Einsatz von 1 Million $ gesprengt wurde. Das Syndikat will Rache und es muss sowieso etwas unternehmen, da bereits neue Meisterschaften anstehen...
Die Synopsis zeigt bereits auf, auf welcher intellektuellen Ebene der folgende Film angelegt ist und setzt das bestätigte Vorurteil dann in seinen 80min auch blendend in die Tat um. Zumindest hält man sich an den Ausgangspunkt, aber dass man nun so gar kein weiteres erzählerisches Element hinzufügt steigert die Spannung und Dramatik der folgenden Handlung nicht gerade ins Enorme.
Im Gegenteil.
Nach dem einleitenden Gespräch der schlecht gelaunten Gauner entsenden diese ihren Experten für Fernost, Ching, nach HK; dieser greift sich in Hua einen einheimischen Kriminellen vor Ort, der Tong Lung aufsuchen soll.
Der ist bereits vorgewarnt und legt sich deswegen auch eine Tarnung zu: Er nennt sich von fortan Tong Fu.
Das wars, kein Wegzug, kein Verstecken im Untergrund, nur die Namensänderung.
Da man ihn auch deswegen erstmal nicht finden kann [ ? ] greift man nacheinander seine Schwester, Vater und ein befreundetes Kind an. Bei dem letzteren hat man Erfolg, so dass dann bald die Gegenreaktion von Tong Lung ansteht und damit der Showdown.
Dieser dauert seine stattlichen 20min; sowieso ist die Action der einzige Faktor, der dem Trashfilm seine Daseinsberechtigung verleiht. Von der Anzahl sowieso ausreichend ist die dargebotene Qualität auch soweit überzeugend, kann auch heutzutage noch ohne Probleme angeschaut werden. Grossartiges Stuntwork wird auch hier aussen vorgelassen; nur am Ende schmeisst sich Tong Lung auf ein fahrendes Auto und hämmert mit seinem Kopf in mühsamer Kleinarbeit die Windschutzscheibe ein [ ? ].
Mehr ausser den Fights ist aber auch gar nicht gegeben; die dümmliche Story begrenzt sich auf seine Idee und rein äusserlichem Interesse.
Der stenographische Szenenaufbau ist vollständig auf die Vorbereitung der nächsten Kampfszenen gerichtet und wird einzig durch die Addierung mit neuen Gegnern auf beiden Seiten variiert. So lassen nicht nur Ching / Hua neue Mannen einfliegen, sondern zumindest Tong Lungs Vater holt sich Verstärkung aus dem Freundeskreis; natürlich eine nationale Grösse aus Korea.
Die versuchte Abwechslung hält sich in Grenzen und wird nur zum Schluss mit einigem Schabernack zwischen den wartenden Kämpfern erreicht, die ihr Gockelverhalten im Streit um die vorhandenen Mädels und um die Tatsache, wer von ihnen der Beste sei ausloten.
Wenn chinesische Hitlerbärtchen und Wrestler ihre Differenzen austragen und der eine dann mit dem Playboy vorlieb nehmen muss, während der andere eine richtige Nummer schieben darf, kommt zumindest etwas nötiger Spass hinein. Zudem zünden hier auch einige wenige 70er Jahre Sprüche; diese Schiene hätte man dann schon vorher und öfters fahren sollen, der Rest ist eher wegen der fehlgeleiteten Dramaturgie unfreiwillig schlecht.
„Tong Lung!“
„Nein, ich bin Tong Fu!“
„Das ist doch dasselbe!“
Der Film vereinigt dann auch alle einschlägigen Bruce Lee Epigonen-Attribute auf sich: Von den inhaltlichen Querbezügen zu dem aus Enter the Dragon übernommenen Score und am deutlichsten in den Mechanismen seines Protagonisten, der ähnlich aussieht und sich genauso benimmt, konnte oder wollte man sich in den 70er Jahren nicht von dem dubios verstorbenen Recken lösen. Die etwas biedere Grundästhetik ist ebenso vorhanden wie der winzige Erzählapparat, der in Startposition und Inhaltsangabe identisch ist.
Aber was anderes hat deswegen wohl auch niemand erwartet.