Review

Inhalt:

China..., in den Jahren nach der bürgerlichen Revolution 1911. Die Chinesen sind große Anhänger des Glücksspiels..., die Casinos sprießen wie Pilze aus dem Boden.
Dies lockt viele kriminelle Elemente an..., die als Besitzer der Spielhöllen das große Geld machen wollen, und deren Methoden illegal sind. Viele Männer verspielen in den Casinos all ihr Geld und ihre Existenz.
Und dem will ein Mann Einhalt gebieten....

Chin (Tan Tao-Kung) und Fong (Suen Yuet) sind 2 dieser Verbrecher, die eines der Casinos übernommen haben..., und dazu den ehemaligen Besitzer, Chu (Goo Liu-Sek) brutal aus dem Weg räumten und töteten.
Ihr Casino floriert..., und es gilt die Regel, dass man so lange spielen darf, wie die Spielbank Gewinn auszahlen kann. Ja man kann sogar um sein Leben spielen.

Eines Tages taucht der Spieler Chien Chi Yung (Tan Tao Liang) auf..., und dieser will tatsächlich um sein Leben spielen.
Ein von Chin eingesetzter Profi-Spieler, Chen Wong (Wong Yeuk-Ping) hat gegen Chien keine Chance..., und somit tritt Fong selbst gegen den arrogant auftretenden Chien an....

Welches Geheimnis umgibt Chien Chi Yung...? Ist er der Sohn von Chu?
Das Glücksspiel gerät zum psychologischen Drama..., und es kommt schließlich zum brutalen Show-Down zwischen Chien, der über ein herausragendes KungFu verfügt, sowie Chin, Fong und ihren Männern, zu denen auch der Killer To (Cliff Ching Ching) gehört......


Fazit:

Im Jahre 1975 drehte Regisseur Larry Tu diesen ungewöhnlichen, unterhaltsamen und ziemlich spannenden Eastern im Zocker-Milieu mit KungFu-Superstar Tan Tao Liang, und dieser Streifen gefiel mir doch ausgesprochen gut.

Der Film baut seine Spannung subtil auf..., es wird zunächst viel gezockt..., und kaum gekämpft. Larry Tu legt aber auch Wert auf die Storyline..., ein Mann, der die Bosse einer Spielhölle, die diese durch Betrug und Mord in ihren Besitz brachten, dingfest machen, ihnen das Handwerk legen will.
Er fordert diese Männer zum Zocker-Duell..., setzt sein Leben als Einsatz in diesem Spiel ein, und offenbart seinen Gegnern Stück für Stück sein Wissen um deren verbrecherisches Handeln.

Larry Tu setzt hierzu geschickt Rückblenden ein..., und so erfährt auch der Zuschauer Stück für Stück mehr über die Villains und deren brutales Vorgehen, mit denen sie einst das Casino in ihre Gewalt brachten.
Dies ist inszenatorisch von Larry Tu raffiniert gemacht..., ohne den Zuschauer zu überfordern, aber dennoch fast ambitioniert zu unterhalten, flüssig arbeitet die Regie die Story ab, die diese stringent, fast umsichtig, umsetzt.
"Der Karate-Clou" ("Conspiracy of thieves") ist somit kein tumber Haudrauf-KungFu-Actioner..., sondern durchdacht gemachte Unterhaltung..., im Gewande eines Eastern, der somit durchaus sehenswert ist.

Der Zocker-Eastern besticht zudem durch seine Atmosphäre, klare Bilder im Spiel-Casino und seinen Hinterzimmern, in denen sich fast alles abspielt. 
Die Zocker agieren trickreich..., die Würfel-Becher werden jongliert, auch in Slowmotion..., die Dominosteine werden artistisch gemischt.

Die Darsteller verkörpern diverse Charaktere..., nach außen wirken sie fast alle respektvoll in ihrem Umgang mit anderen. Doch die wahren Absichten..., der Eigennutz in ihren Handlungen, und andere brutal ausschalten zu wollen..., dieses offenbart sich erst mit der Zeit. 
Es ist ein besonderer Eastern..., handlungslastiger, subtiler, "seriöser" fast möchte ich sagen..., als viele andere Produktionen dieses Genres.

Ein Mann steht im Mittelpunkt..., der Mann, der die Wahrheit stückweise aufdeckt, der arrogant und von sich sehr überzeugt auftritt, die Gangster peu a peu mit seinem Wissen bloßstellt und schließlich die Maske fallen lässt und die Verbrecher zum Kampf stellt: 
Tan Tao Liang, der hier eine starke Performance abliefert. Dazu ist er natürlich ein Kampfkünstler, der mit seinem KungFu brilliert. Seine Beintechnik ist beschlagen. Er steht im Zentrum des Streifens..., und macht seine Sache überzeugend.

Er liefert sich Zocker-Duelle mit den Villains..., und diese geraten gar zu psychologischen Duellen.
Suen Yuet und vor allem Tan Tao-Kung sind hier seine Gegner. Nach außen zeigen sie sich gegenüber Tan Tao Liang zunächst respektvoll. Sie erkennen die Gefahr, die von diesem Mann für sie ausgeht..., und wollen ihn elegant loswerden. Doch Tan Tao Liang bleibt dran..., und die Villains, es geht dann doch um ihre Ehre..., und die Auseinandersetzung geht weiter.
Bis es für die Villains so brenzlig wird, dass sie die Contenance verlieren, und die Sache physisch ausgetragen werden muss.

Die Leistungen von Suen Yuet und vor allem Tan Tao-Kung würde ich hier genauso hoch bewerten, wie die von Tan Tao Liang. Sie tragen den Streifen gekonnt mit.
In Nebenrollen sind hier Wong Yeuk-Ping als verzweifelnder Spieler gegen Tan Tao Liang, Cliff Ching Ching als Mann für´s Grobe, und Betty Pei als Edelhure zu erleben.
Betty wirkt verrucht..., aber sie ist auch bildhübsch. Die würde ich nur von der Bettkante schubsen, wenn ich mit Andrea Pulev liiert wäre (Kubrat verzeih´ ... ;-) ).

Das KungFu ist hier anfangs dezent eingesetzt..., die Figuren und die Story stehen klar im Vordergrund.
Aber es wird natürlich auch noch knackig gefightet..., und das KungFu lebt hier vom starken Können von Tan Tao Liang..., der Legfighter und sein technisch versiertes KungFu.
Rasante Fights..., oft 1vs5 mit viel Beineinsatz von TTL, die Kamera geht ausgezeichnet mit..., und das bringt Dynamik in die Kämpfe, deren Härte und Intensität mit der Zeit ebenfalls zunimmt.
Eastern-Fans sind zufrieden..., und sehen hier einen interessanten, ungewöhnlichen und durchdachten Streifen, der mit packendem KungFu im letzten Drittel auch zum Actioner wird.

7,5/10. 

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