Larry Stewarts einzigen Spielfilm habe ich bereits mal im TV gesehen & die Erinnerung daran beschränkte sich jetzt, viele Jahre später, auf "solide Slasher-Action im Kaufhaus" & "hat mir gut gefallen". Durch eine positive Besprechung eines geschätzten Kollegen ergab es sich, dass ich diese Blutweihe unbedingt wiedersehen wollte.
Im Mittelpunkt steht Kelly Fairchild (Daphne Zuniga), die mit einigen Freundinnen zwecks Aufnahme in eine Studentinnen-Verbindung einen "Pledge" absolvieren muss: Die Anwärterinnen sollen sich nachts ins Kaufhaus von Kellys Vaters (Clu Gulager) schleichen & dem Nachtwächter die Uniform klauen. Allerdings hat Kelly gerade andere Probleme. Ihre mysteriösen Albträume werden immer schlimmer & ihre Mutter (Vera Miles) scheint kein Interesse daran zu haben, der Ursache auf den Grund zu gehen. Und dann ist da noch ein vernarbter Typ mit Gartenkralle, der aus der Klapsmühle entwischt ist.
Blutweihe nimmt sich viel Zeit, um dem Zuschauer die Heldin nahe zu bringen, ein Aufwand, der sich durchaus lohnt, wächst sie einem doch genug ans Herz, um den Film auf emotionaler Ebene funktionieren zu lassen. Außerdem wird gleich das Mystery-Element etabliert, wodurch eine nette Grundspannung entsteht, die sich noch weiter steigert, sobald sich das Geschehen ins Kaufhaus verlagert. Der Laden ist, nachts & (fast) menschenleer, übrigens ziemlich creepy. Den Twist hatte ich nicht mehr auf dem Schirm, dennoch erahnte ich ihn: Das sich durch die Story ziehende Spiegel-Motiv ist doch etwas zu offensichtlich.
Die Kills sind gut & effektvoll in Szene gesetzt, ohne dass sie übermäßig gory wären. Ein paar Hupen & einen Bären bekommt man im Zuge einer Duschszene ebenfalls geboten. Und der Monolog eines Mädels, die von ihrem Missbrauch berichtet, hat mich doch glatt berührt. Insgesamt ein richtig guter Mystery-Slasher mit einer starken, von Daphne Zuniga auch toll gespielten Heldin im Zentrum.