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Nach dem relativen Flop mit Cable Guy und der allseits berechtigen Frage nach dem Sinn eines 20-Millionen-Dollar-Gagenschecks kehrt Jim Carrey hier auf vertrautes Terrain zurück, einer vollenden Grimassierkomödie mit ordentlich Körpereinsatz und Slapstickeinlagen.

Sein Fletcher Reede ist der sechsfach geölte Wortverdreher und Anwalt, dem nichts heilig ist und schon gar nicht die Wahrheit, worunter hauptsächlich seine Familie zu leiden hat, bis eben ein Kinderwunsch den Umschwung bringt, daß Fletcher nicht mehr lügen kann.

Eine typische Disney-Familienfilm-Situation, doch der Star ist und bleibt hier natürlich Carrey, der erst mit einem ganzen Ensemble von Figuren eingeführt wird, über daß er satanisch im Stillen herziehen darf, um dann nach Einsetzen des Wunschfluchs ungewollt die Wahrheit über sie zu verlieren, was ihn natürlich in peinliche Situationen bringt. Am Ende springt dann immer ein besserer Mensch dabei heraus.

Man wollte wohl auf Nummer sicher gehen und das funktioniert auch weitestgehend. Carreys Grimassierkunst ist noch in voller Form und sein Reede ist eine Komplettkarikatur, die sich noch sehr von den emotionalen Szenen absetzt, die natürlich auch dazu gehören, denn wo wird der Satan weich wie Kaugummi? Natürlich vor seinem kleinen Sohnemann.
Leider mischen sich so auch ein paar sirupsüße Untertöne in die Familienkomödie, die man nicht so hätte auswalzen müssen, denn der vom Weg Abgekommene muß natürlich geläutert werden – hier jedoch zum Glück noch, ohne aus ihm den totalen Gutmenschen zu machen.

Logisch ist das allerdings teilweise nicht, denn was Fletcher unter dem Fluch anrichtet, ist teilweise sehr dramatisch forciert, darf er doch nicht lügen, jedoch dürfte er ohne weiteres zeitweise schweigen, was er aber nie tut, stattdessen aber verbal einfach durchknallt.
Sein Dilemma vor Gericht ist sicher eine der lustigsten Szenen die er je gedreht hat (obwohl die Outtakes im Nachspann noch besser sind) und der Fall, den er dennoch gewinnt, verkehrt sich überraschend ins negative Gegenteil, ohne daß hier noch glorios nachgebessert werden würde, was auch wieder untypisch ist.

Bleibt rückblickend der Genuß der ersten 45 Minuten, die dann manchmal in etwas zu viel Familie abrutschen und kongenial in die große Familienzusammenführung samt Slapstick münden (Cary Elwes muß die undankbare Rolle des neuen Galans spielen, aus der er aber recht straight wieder rauskommt).
Natürlich alles total albern, aber bisweilen braucht man das und es gibt wohl kaum ein Kind, dem das nicht gefällt. (7/10)

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