Review

Feiertage wie Ostern eignen sich doch immer wieder dazu, mit den Lieben zu entspannen, die Alltagsaggressionen für eine kurze Zeit zu vergessen und einfach mal abzuschalten. Was für mich eigentlich der erste Grilltag im Jahr ist, fällt dieses Mal dank gefühlten acht Monaten Eiszeit flach und was eignet sich da besser, als die alten Filme hervorzukramen. Filme die man immer wieder gerne sieht.
Darunter fällt bei mir auch "Der Dummschwätzer", der genialen Slapstick mit moralischen Botschaften vereint, es aber nicht ganz auslassen kann, an manchen Stellen zu übertreiben.

Fletcher Reede (Jim Carrey) ist ein wortgewandter Rechtsanwalt und es stört ihn nicht im geringsten, bei seinen Fällen zu lügen bis die Schwarte kracht, so dass er das Urteil für seine Mandanten entscheiden kann. Unter seinen Lügen leidet jedoch auch seine Familie, vorallem sein Sohn Max (Justin Cooper). Als Max sich an seinem 5. Geburtstag die Kerzen auf seiner Torte ausbläst, hat er nur einen Wunsch - sein Vater soll für 24 Stunden aufhören zu lügen. Als Max' Wunsch auf wundersame Weise Wirklichkeit wird, entdeckt Fletcher, dass sein größtes Kapital, sein verlogenes Mundwerk, nicht mehr funktioniert - er kann nicht mehr lügen! Während Fletcher versucht, seine Ex-Frau (Maura Tierney) davon abzubringen, mit ihrem gemeinsamen Sohn und Neu-Lover Jerry (Cary Elwes) nach Boston zu ziehen, muss er den millionenschweren Fall der notorischen Fremdgeherin Samantha Cole (Jennifer Tilly) gewinnen, um in seiner Anwaltskanzlei ganz weit nach oben zu steigen.


Jim Carrey - ein Name und ein Mann, bei dem sich die Geister scheiden. Ich geb mich mal als Fanboy des irren Grimassenschneiders aus, da er viele Filme abgedreht hat, die ich mir immer wieder ansehen kann und vor lauter Lachen keine Luft mehr bekomme.
1994 war das Geburtsjahr mit "Die Maske" und "Dumm und dümmer" - im selben Jahr gelang ihm der Durchbruch mit der Komödie "Ace Ventura".

Von da an bestimmten seine Filme vorallem ein Element: Grimassen schneiden und Slapstick der komplett beknackten Art. Auch drei Jahre später blieb man dem Motto treu, verpackte Jim Carrey als Rechtsanwalt in eine marginale Story, um das Maximum an Slapstick rauszuholen. Und auch hier ist es gelungen.

Die ersten zwanzig Minuten laufen noch normal mit Lügen ab, doch schon hier fährt Jim Carrey zur Hochform auf. Dies liegt aber eher an seinem Charakter, der zynisch und wortgewandt daherkommt und man ihn einfach liebhaben muss. Die verpassten "Dates" mit seinem Filmsohn Max kann man in irgendeiner Art nachvollziehen. Auch wenn er seinen Sohn liebt, ist der Job ihm wichtiger wie alles andere.
Erst als man in die minimale Fantasy-Schiene abrutscht und Carrey das Lügen durch einen Zauberwunsch verbietet, läuft er zur gewohnten Hochform auf. Es gibt etliche Szenen, die einfach episch sind, für Lachflash sorgen. Das Tempo bleibt irre hoch und nur selten nimmt Regisseur Tom Shadyac das Tempo raus.

Solche Komödien werden natürlich erst perfekt, wenn man die gewisse Dosis Schmalz hinzufügt, was hier auch gelungen ist (Rabenvater & Co).
Dennoch verhaspelt sich der Film gerade im Finale mit der "Flugzeugshow", diese ist sehr weit hergeholt und da muss man ein Auge zudrücken, um dieses Finale genießen zu können. Ich sag mal, das hätte man auch anders lösen können.

Definitiv zählt "Der Dummschwätzer" zu Jim Carrey´s besten Komödien.

9/10

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