Ein Griff ins durchschnittliche Kung Fu Videoregal der 80er und das Ergebnis könnte insbesondere nach dem Erfolg von Sie nannten ihn Knochenbrecher mit hoher Wahrscheinlichkeit genau so wie Buddha Killer aussehen. Zwei Brüder um Kampfsportexperten hatten sich einst im Streit entzweit. Der eine Meister von Buddhas Faust und der andere von Buddhas Palme und ich bin überzeugt, die deutsche Synchro spielt hier auf das englische 'Palm' an. Doch die Geschichte konzentriert sich zunächst auf einen Jüngling (Mang Hoi), der nichts als Schabernack im Schilde führt. So sorgt er auch im Tempel für Aufruhr. Der Zufall will es, daß er den Prinzen (Hwang Jang-Lee) das Leben rettet und so nimmt ihn dieser als Dank im Palast auf, wo er wie sein eigener Sohn wohnen soll. Das wird vom Hofstaat jedoch nicht gerade positiv aufgefaßt. Der Junge wird vorgeführt und in Fettnäppfchen gelockt, aus welchen ihn manchmal nur sein etwas schrulliger Onkel (Chin Yuet Sang) befreien kann, der doch ziemlich deutlich nach der Paraderolle Simon Yuen Siu Tins angelegt ist.
Onkelchen ist sehr am Kung Fu des Prinzen interessiert und bittet den unfreiwilligen Spielball zwischen den beiden, doch von ihm zu lernen. Wie herausstellt, handelt es sich hier um die beiden Brüder. Während der eine als Prinz seine Macht ausspielt, agiert der andere aus dem Hintergrund als Untertsützer einer rebellischen Bewegung, die es auf einen weiteren Anschlag anlegt. Der Jüngling schlägt sich auf die Seite des Onkels, bei dem er auf der Flucht schnell einen Einführungskurs in dessen Techniken erhält, mit denen die beiden sich bald schon zu zweit den Herrschern erwehren müssen.
Innovation ist sicherlich ein Anspruch, den man ans Hongkong-Kino äußerst selten stellt. Dramaturgisch gesehen rangiert Tung Chin Hus Film jedoch auch auf ziemlicher Sparflamme, was kein Hinderungsgrund für die durchaus bekannten Darsteller ist, ein sportliches bis akrobatisches Feuerwerk abzubrennen, welches neben Chin Yuet-Sang auch von Corey Yuen inszeniert wurde. Darüber, daß bei den besonders am Ende langen Kämpfen die wenigen Schwerttreffer in der Achsel weggesteckt werden, kann man hinwegsehen. Ob zeitgenössisch übliche Ulkeinlagen der Marke 'Dein Fuß stinkt!' einen Mehrwert darstellen, ist sicherlich Geschmackssache.
Ein ganz klares Manko für Buddha Killer ist jedoch, daß er überhaupt keinen Anspruch an seine Stars abseits des Kämpfens stellt. Die gesamte Rahmenhandlung nimmt selbst für Easternverhältnisse eine mit Füßen getretene Alibifunktion ein, die zunächst holprig die Figuren einführt, dann stiefmütterlich mit seinen Nebenrollen umgeht und schließlich vom Balast befreit wirkt, als die Gewichtung langsam immer mehr zu Gunsten der Action neigt. Dabei fallen selbst Ausbildungssequenzen noch wesentlich knapper aus, als man es bei durchschnittlichen Filmen, die es zu einem zentralen Punkt ihrer Handlung erheben, gewohnt ist.
Man könnte meinen die knapp 84 Minuten würden damit recht schnell um sein, doch so kurzweilig mag sich Buddha Killer nicht geben. Da die Handlung seinen Zuschauer nicht zu fesseln vermag, gibt es auch keinen weiteren Zugang zu den Figuren. Mit welchem koordinierten Hampelmann will man aber mitfiebern? Obwohl die Kämpfe technisch gesehen ja ganz gut sind, zeigt die Kamera doch eine weniger interessierte, abwartende Haltung. Ein Spannungsverhältnis läßt sich so leider kaum ausbauen, wie auch der Klamauk nur eine ergänzende, jedoch nicht anheizende, Rolle spielen.
Mit Hand auf dem Herz sieht man die äußerst geringen Mittel, die hier zum Einsatz gekommen sind. Buddha Killer verfügt zwar über einige Innenaufnahmen, kann jedoch nicht mit aufwendigen Kulissen glänzen. Der Handlungsstrang beschränkt sich auf wenige Hauptpersonen, auf die sich auch die Action konzentriert. Dem könnte man mit etwas Phantasie viel entgegen setzen und einen ganz unterhaltsamen Film drehen. Hat man aber nicht. Der Streifen ist ein heruntergekurbeltes Massenprodukt. Beifang für den Easternsammler und vermutlich nur einmal angesehen, bevor er auf unbestimmte Zeit ins Regal wandert. Wenn die Besetzung nicht wäre, gäbe es auch keinen triftigen Grund, den Film doch einmal zu später Stunde hervor zu kramen.