Zombies in überdurchschnittlich hoher Anzahl sind kein Garant für einen funktionierenden Horrorfilm, wenn es, wie es bei Regisseur Bruno Mattei oft der Fall war, an den wesentlichen Zutaten mangelt. Denn wie bei seinem Vorgänger „Island of the Living Dead“ hat man es mit seelenloser Massenware zu tun, einer uninspirierten Geschichte mit starkem Mangel an Spannungsmomenten.
Die Geschichte knüpft direkt an seinen Vorgänger an: Sharon wird auf hoher See von einem Bergungsteam entdeckt, sie ist die einzige Überlebende des Zombietreibens auf einer Insel.
Ein halbes Jahr später wird sie von Verantwortlichen der korrupten Tyler Inc. unter einem Vorwand erneut auf die Insel gelockt, - mit einem bis unter die Zähne bewaffneten Team aus Soldaten, die noch nicht ahnen, welcher Übermacht sie entgegen treten werden.
Bis auf wenige Momente bildet dieser Streifen ein eindimensionales Erlebnis ohne Nährwert.
Überhaupt benötigt es eine ganze Weile, bis Sharon und die Soldaten auf der Insel ankommen (Sharon ist noch traumatisiert, was durch übertrieben viele Flashbacks und Alpträume unterstrichen wird).
Doch auch mit der Ankunft bleiben Konfrontationen lange aus. Man schleicht durch Gebäude, formiert die Truppe, bewacht über Monitore und achtet auf Bewegungsdetektoren.
Man findet Föten und hängende Leichen, doch erst als eine hochschwangere Zombiefrau eine Mutation gebärt, kommt ein wenig Bewegung ins Spiel.
Die halbwegs ordentlich gestalteten Masken sind schließlich auch das einzige, was dem Ganzen ein wenig Unterhaltungswert verschafft, denn als die Untoten endlich scharenweise in Erscheinung treten, bleibt der Ablauf spannungsfrei und fern jeder Überraschung. Man zieht sich Raum für Raum zurück, ein paar Soldaten schaffen den Rückzug nicht rechtzeitig (da deuten sich ein paar relativ harmlose Fressszenen an), während der Rest über den Haufen geballert wird (immerhin mit einigen Einschüssen in Zeitlupe). Hier und da finden sich zusätzliche Beißszenen in Hals oder Arm, doch als grauenvoll wird ein Horrorfan diese Momente nicht betrachten, - sie wirken eher wie lieblos inszeniertes, denn notwendiges Übel.
Der Film leidet jedoch nicht nur unter der ausgelutscht simplen Story, sondern auch unter den unglaublich miesen Darstellern, allen voran Hauptdarstellerin Yvette Yzon, die außer unbeholfenem Overacting rein gar nicht zustande bringt. Gleiches gilt für alle restlichen Darsteller, die teilweise schlechter agieren als deutsche Soap-Stars am Beginn ihrer Karriere. Dazu gesellt sich zwar ein tauglicher, aber auch kaum auffälliger Score, der zumindest im letzten Drittel eine leichte Temposteigerung unterstreicht.
In diesem landen die Maskeneffekte erneut im positiven Bereich, da werden gleich zwei, drei Baby-Zombies ins Spiel gebracht und final sogar eine weitere Spezies mit Eierköpfen und Glubschaugen, was sich in einer ordentlich beleuchteten Nebelhöhle abspielt, in der die Heldin zum schlussendlichen Gegenschlag ausholen muss.
Das ist auch die einzige Kulisse, die Abwechslung verschafft, da die kargen Laborräume und metallisch wirkenden Gänge und Türen nach kürzester Zeit anöden.
Was sich wiederum auf den kompletten Streifen bezieht, der sich zu keiner Zeit von der Masse an Untoten-Movies abheben kann.
Die Dialoge fallen annähernd grenzdebil aus, zwar können sich die wenigen Bluteffekte einigermaßen sehen lassen, sympathisch erscheint die vollkommen ernst gehaltene Chose jedoch nicht.
Irgendwann wird von einem der ungläubigen Soldaten vorm Einsatz Romero zitiert, - Regisseur Mattei hätte gut daran getan, einige seiner Streifen mal genauer unter die Lupe zu nehmen, um zu entdecken, welche Zutaten ein passabler Genre-Beitrag benötigt.
Dieser hier hat davon jedenfalls zu wenig, um auch nur ansatzweise als Empfehlung durchzugehen.
3 von 10