Dass die Aufklärung eines Mordfalles völlig unspektakulär ablaufen kann, zeigt vorliegender Streifen in jeder Hinsicht. Trotz einer hohen Anzahl an Figuren, worunter auch ein paar skurrile Erscheinungen vorzufinden sind, mangelt es dem Treiben darüber hinaus an spannenden Momenten und vor allem an inhaltlicher Vielfalt.
LKW-Fahrer Scotty bricht tot im Diner des texanischen Grenzörtchens Writesville zusammen. Sheriff Charlie Dexton nimmt die Ermittlungen auf und kommt einem kleinen Drogenring auf die Spur, in den möglicherweise auch sein älterer Bruder Sam verwickelt sein könnte. Zeitgleich ermittelt eine Kellnerin auf eigene Faust und begibt sich damit immer wieder in Gefahr…
An sich ist der Film auch als Komödie konzipiert, doch über lasche Situationskomik kommt man dabei selten hinaus. So sorgen zwei ältere, zerzauste Brüder für kleine Momente, der Einsatz eines Mini-Keyboards bei einer Beisetzung und die Tatsache, dass die Leiche im Diner liegt, während die meisten Gäste unbeeinträchtigt weiter essen.
Dialogwitz sucht man hingegen vergebens, obgleich ein Großteil der minimalen Handlung aus Geschwafel besteht und auch das Zusammenspiel der Protagonisten ist eher dröge als beschwingt.
Angereichert wird die Story mit dem Konflikt der ungleichen Brüder, da Sam damals Charlies Verlobte ausspannte und mit ihr nach Mexiko durchbrannte, ein Priester und gleichzeitiger Bürgermeister beliefert Charlie mit Informationen und die Kellnerin lauert in einer Lagerhalle, wo sie einen Verdächtigen beim Abtransportieren von Holzkisten beobachtet.
Das Ganze läuft allerdings recht behäbig ab, man schwatzt zu sehr um den heißen Brei herum und reichert den roten Faden mit zuvielen Nebensächlichkeiten und unwesentlichen Figuren an, so dass das allgemeine Interesse bereits im Mittelteil nachlässt.
Den soliden Darstellern kann man dabei kaum einen Vorwurf machen, zumal sich ein paar bekannte Gesichter wie William Atherton als Charlies Vater oder Mike Starr als ominöser Fremder darunter befinden. Auch handwerklich sind kaum Abstriche zu machen, außer bei der zum Teil schwachen Ausleuchtung in dunklen Umgebungen und dem etwas eindimensionalen Score, der fast ausschließlich aus Blues-Gitarre besteht.
Doch die Aufklärung des Mordes bleibt spannungsarm und driftet aufgrund mangelnder Bewegung rasch ins Belanglose ab. Zum Ende gibt es zwar noch den einen oder anderen minimalen Twist, doch eine überzeugende Geschichte mit Finesse sieht anders aus und bindet vor allem mehr bizarre Begebenheiten oder Figuren ein.
Die magere Story wird gerade noch so von den bemühten Mimen zusammengehalten, doch einen unterhaltsamen Krimi in texanischer Einöde bekommt man mit „Small Town Murder“ kaum geliefert.
3,5 von 10