Review

Originalität im Genre des Slashers muss man mittlerweile unter Dutzenden von Beiträgen suchen, um ansatzweise fündig zu werden, denn seit der Trilogie von „Scream“ ist kaum etwas Markantes auf den Markt gekommen.
So ist es auch kaum verwunderlich, dass Regisseur Christian Sesma ausgerechnet auf jene Twists zurückgreift, die deutlich an Cravens Vorbild erinnern, vor allem was die Auflösung betrifft.

Isabel ist eine engagierte Journalistin der Schulzeitung von Old Springs Valley und geht zusammen mit Zeck und anderen dem Verschwinden mehrerer Jugendlicher im Ort nach.
Bald wird sie auf einer Internetseite, ähnlich „My Space“ fündig und gerät ins Visier des Killers Azrael, der vorgibt im Namen Gottes zu richten…

So haben wir es mit einem Kapuzentypen zu tun, der ohne Unterlass Bibelpassagen zitiert und seine Opfer in eine Baracke verschleppt, um sie dort auf unterschiedliche Art und Weise zu bestrafen, bevor er ihnen per Sichel den Gnadenstoß versetzt.
Als Motiv schimmert zunächst nichts weiter als religiöser Wahn im Zuge selbstgerechter Moralvorstellungen durch, doch gegen Ende entpuppt sich dieses als weitaus banaler.

Leider kommt die Handlung nur schwerfällig in Gang. Zunächst der Besuch beim langweilig inszenierten Untergrundkampf in einer Tiefgarage, dann ein paar Motorrad-Stunts im freien Gelände und dazwischen in regelmäßigen Abständen der Schlächter bei seinen Opfern und Isabel, die sich so langsam per Internet an den Irren herantastet, während die Übrigen mit Desinteresse glänzen und Zeck ein privates Interesse an seiner hübschen Kollegin entdeckt.
Trotz halbwegs sympathischer Figuren und einigermaßen glaubhaft agierenden Mimen will der Funke aufgrund mangelnden Tempos und fehlender Atmosphäre nicht überspringen.

Ohnehin wirkt die Geschichte arg konstruiert, teilweise lückenhaft und willkürlich zusammengeschustert. Warum ermittelt mal wieder nur ein einziger Cop? Weshalb kann der Irre nicht per Netzwerkspezialisten ausfindig gemacht werden und weshalb leidet man nie so richtig mit den entsprechenden Opfern mit?
Letzteres lässt sich im Grunde genommen insofern beantworten, als dass der Typ mit Maske, Kapuze und grellen Kontaktlinsen einfach nichts Unberechenbares ausstrahlt und im Gesamtbild eher wie ein lächerliches Jüngelchen erscheint, als bedrohlich zu wirken.

Auch wenn kleine Gewalteinlagen kurzfristig Suspense schüren und dabei Szenen wie Kehlenschnitt, eine gespaltene Zunge und einen offenen Bauch einschließen, nehmen fast meditativ anmutende Einstellungen komplett den Drive raus, zumal die ganzen Nachforschungen einseitig verlaufen und der Versuch, sozialkritische Aspekte unterzubringen, an seiner Oberflächlichkeit scheitert.
Hinzu kommt auf handwerklicher Ebene die oftmals unsichere Kamera, die einige Male heftig wankt und vergeblich um einen Fokus bemüht ist, besonders bei den wenigen Temposzenen.

Auch wenn Danny Trejo einen Kurzauftritt als Ringrichter absolviert und für einen Moment ein wenig nackte Haut im Spiel ist, so bringen die finalen Twists nur bedingt etwas, um den drögen Vorlauf zu entschuldigen.
Ideenlos meuchelt sich der junge Kuttenträger durch die namenlosen Opfer und als es zur finalen Konfrontation kommt, ist zu wenig Brisanz im Spiel, um am Ende noch Mankos kaschieren zu können.

„On Bloody Sunday“ ist so ein typischer Slasher, der wie eine Mixtur unzähliger Genrebeiträge wirkt, ohne dabei jedoch eine eigene Handschrift zu entwickeln.
Da mangelt es an Kreativität, an Subtilität und Tiefgang, zumal ein wenig Augenzwinkern sicherlich nicht verkehrt gewesen wäre.
Die zwei, drei Überraschungen gegen Ende kommen zwar ein wenig unerwartet, können jedoch nicht verdecken, dass der Streifen im Gesamtbild nicht so blutig und vor allem nicht so spannend ausfällt, wie er es wahrscheinlich gerne wäre.
3,5 von 10

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