„Ein perfekter Mord“ ist ein stilvolles Remake von Hitchcocks Erfolgsfilm „Bei Anruf Mord“.
Emily (Gwyneth Paltrow) und Steven Taylor (Michael Douglas) sind verheiratet – aber nicht sehr glücklich. Ihre Ehe ist eine Formsache, die Gefühle zwischen ihnen erkaltet, weshalb Emily ein Verhältnis mit dem Maler David Shaw (Viggo Mortensen) hat. Mit kühlen Bildern und vorwiegend in farbarmen, meist mit viel schwarz dekorierten Locations sorgt Regisseur Andrew Davis, sonst eher für Actionfilme wie „Alarmstufe: Rot“ bekannt, für die richtige Stimmung, die kaum Emotionen kennt.
Doch Steven durchschaut das Geheimnis seiner Frau, lässt die beiden beschatten und stellt David schließlich zur Rede. Er weiß, dass David unter falschem Namen lebt, Emily belügt und an sich Heiratsschwindler ist. Doch er will die Informationen mitnichten dazu nutzen, David bloß wegzujagen. Stattdessen beauftragt er ihn, Emily zu ermorden, und will ihn dafür sogar entlohnen. Mit der Präsentation der Hintergründe Davids kann der Film schon zu Beginn verunsichern, denn nun mag der Zuschauer niemandem mehr trauen.
Steven arbeitet einen perfiden Plan aus seine Frau ins Jenseits zu befördern, den er mit David durchspricht: Dieser soll scheinbar einbrechen, Emily ihn überraschen und er sie dann ermorden, damit das Ganze wie die Kurzschlussreaktion eines Einbrechers aussieht. Doch es läuft nicht alles nach Plan…
Im Gegensatz zu schlappen Hitchcock-Remakes besitzt „Ein perfekter Mord“ schon mal einen Vorteil: Auch wenn der Spannungsaufbau wie beim Meister selbst funktioniert, so wird die Story jedoch nicht einfach noch mal erzählt, sondern verändert. Zwar kennt man einige Elemente bereits aus dem Original, doch durch die Veränderungen wird die Geschichte unvorhersehbar und bleibt spannend. Einige Wendungen können wirklich überraschen, aber man muss sich an das sehr niedrige Erzähltempo gewöhnen.
Denn der Film lässt sich Zeit um die titelgebende Sequenz einzuführen: Es werden die Figuren und ihre Motivationen vorgestellt, man weiß genau wie die Charaktere zueinander stehen und wie Steven das vermeintlich perfekte Verbrechen haarklein plant. Doch auch wenn der Film nicht gerade unter Aktionsüberfluss leidet, so überzeugt er jedoch auch in den weniger wichtigen Szenen mit der kalten Atmosphäre, die Davis schön steril aufbaut und Emily als einzige noch wirklich von Emotionen geleitete Figur präsentiert.
Doch leider kann man aus der Figurenzeichnung schon absehen, wie der Film wohl enden wird und so kommt der Schluss nicht mehr ganz so prickelnd daher. Nach der recht überraschenden Zugszene kommt dann noch der obligatorische Showdown, an dessen Ausgang man leider nie Zweifel hat. Doch man kann nicht behaupten schlecht unterhalten worden zu sein, nur zu einem Thrillerhighlight reicht es bei „Ein perfekter Mord“ halt nicht ganz.
Michael Douglas beherrscht den Film schauspielerisch ganz klar, denn als eiskaltes Mastermind fasziniert er trotz seiner Fieslingsrolle ungemein. Auch Viggo Mortensen macht seine Sache gut, obwohl er klar hinter Douglas zurückstecken muss, was man an sich über den kompletten Rest der Darsteller sagen kann. An Gwyneth Paltrows Leistung gibt es an sich auch nichts zu meckern, doch irgendwie wirkt ihre Rolle stellenweise etwas sehr gut und zu porentief rein in der kalten, herzlosen Welt des Films, weshalb man ihr die Ehebrecherin nicht ganz so abnimmt und ihre toughe Art gegen Ende auch nicht hundertprozentig rüberkommt.
„Ein perfekter Mord“ ist ein atmosphärisch dichter und recht spannender Thriller, auch wenn ein paar Schwächen in Story und Charakterzeichnung den Aufstieg zum Genrehighlight verhindern.