Review

Nach vielen Jahren des Konsums von sogenannten Splatter-, Extreme Exploitern- und Mondofilmen wird man selbst auf eine gewisse Art abgehärtet.
Also schaut man sich nach einer anderen Art Film um. Nach etwas das die alten Gefühle wieder zurückhollt. Gefühle die man als sogenannter ''Splatter-Rookie'' hatte und sowas wie Gänsehaut, Schock und Ekel verspürte. Also sucht man sich jener Art Schinken die man auch als Extreme bezeichnet und die meist aus dem asiatischen Raum kommen.
Snuff 102 aber kommt aus Südamerika - genauer Argentinien.


Zur Story :
Eine junge Studentin beschäftigt sich mit dem heiklen Thema ''Snuff-Filme''. Auf der Suche nach dem möglichen Hinweiß das die Existenz solcher Machwerke beweist stösst sie im Internet auf schokierende Aufnahmen von verschiedenen Folter- und Mordszenen. Jedoch echte Hinweise auf ''Snuff'' findet sie keines Falls. Die meisten Aufnahmen sind irgendwelche ekligen Sex-Orgien, Schlachthausaufnahmen, Tiertorturefilmchen und Kriegsaufzeichnungen.

Um besser bei der Suche voranzukommen geht sie zu einem anerkannten Psychologen der offensichtlich Ahnung auf diesem Gebiet hat. Dieser erklärt ihr das gewönnlich die Leute zum Opfer werden die keinen Platz in der Gesellschaft haben - vergessene Ausgestossene die wohnungs- und mittellos sind - nach denen keiner fragt oder vermissen würde.
Die Auftraggeber wiederum hoch in der Gesselschaft stehen, genug Geld haben aber dennoch ihren niederen und kranken Instinkten nachkommen. Seit dem Zeitalter des Internets sogar noch leichter als je zuvor. Frei nach dem Motto : Wieso soll man moralisch korrekt sein wenn man doch anonym ist ?

Schon bald bringen die Nachforschungen die junge Dame in grosse Schwierigkeiten ... bis sie sich schließlich gefesselt in der tiefsten und dunkelsten Hölle wiederfindet - wo der modernde Gestank von Blut und Gedärme und die alles durchdringenden Schreie der gequälten Opfer per Kamera aufgenommen werden.


Dies ist eine 'Low Budget' Produktion.
Zwar ist die Kameraführung des öfteren wackelig, das Bild oft verzehrt - mal s/w und mal in Farbe, dennoch ist es so gewollt, eben Snuff-Film-mässig. Man kann aber die brutalen Szenen trotzdem gut erkennen und billig scheinen sie auch nicht daherzukommen.
Die Atmosphäre wirkt erdrückend und düster was dem Film nur gut tut.
Leider kommt allgemein zu wenig Spannung auf und die Story hätte man auch bisschen mehr aufbauen konnen. Es wird z.B. nicht erklärt warum der Snuff-Maniac das tut was er tut. Aber naja ... was will man von solch einem Werk erwarten. Die meisten dieser Art Filme sind eben so aufgebaut - das ist nichts neues. Eine Mischung aus Murder-Set-Pieces und August Underground eben.

Dieser Streifen gleitet auf einer sehr dünnen Linie zwischen Kunst und Geschmacklosigkeit .
Erschreckend, hart, dreckig und schonungslos würde ich Peralta's Film bezeichnen. Es macht den Eindruck das änlich wie bei Slaughtered Vomit Dolls auch dieses Werk nur deshalb produziert wurde um gewisse Grenzen zu sprengen - zu provozieren, zu schockieren. Dennoch gibt es zwischen der ganzen rohen Gewalt auch eine Art Message. Eine die meiner Meinung nach bei Slaughtered Vomit Dolls ausgekotzt wurde : Wie tief gehen die Abgründe der menschlichen Seele und wie weit der Mensch um seine kranken Gelüste zu befriedigen.

Die meisten Leute begreifen die Message, die dieser Film enthält, nicht. So wie beim International Film Festival in Mar Del Plata, wo ein Teil des aufgebrachten Publikums bei der Premiere des Films, den Regisseur attackierte. Peralta musste darafhin ins Krankenhaus eingeliefert werden. Einer der Gründe für den Angriff waren die zu drastisch gezeigten Szenen, die unter Anderem aus echtem Material bestanden (Archivbilder von zerfetzten Leichen, das abschlachten eines Schweines und ne Kriegsaufnahme wo ein gefangengenommener Sodat getötet wird indem man ihm den Kopf abschneidet.
Auch bei der offiziellen Webseite des Films gingen wütende und voller Drohungen Mails ein (wegen des schockierenden Teasers) sodas man für einen kurzen Zeitraum die Webseite zurück gezogen hatte.

Sicherlich wird es Peralta's Werk in einigen Zensurstaaten sehr schwer haben .
Ich frage mich wirklich in welchem Land er zuerst seine DVD-VÖ erleben wird. Denn ohne zu übertreiben muss ich ehrlich sagen das dies einer der härtesten Exploiter ist der mir je vor die Augen gekommen ist !


Fans von Mainstreamfilmen rate ich hier definitiv ab. Dafür ist das Werk zu schwer verdaulich. Wer aber auf harte Exploitation, Experimentalfilme und eine Prise Mondo steht der wird hier sehr gut bedient sein.

Ich persönlich stehe eher auf spannend/atmosphärische Gore-Streifen mit dem Touch der 70er und 80er Jahre. Da ich nichts von diesen Punkten hier ekennen konnte - er mich im Großen und Ganzen eher kalt ließ aber trotzdem irgendwo geschaft hat in seinen Bann zu ziehen, bewerte ich Snuff 102 mit 5/10 .



-Jason Voorhees-

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