Die Handlung des Filmes ist relativ schnell erklärt, und besteht eigentlich nur aus einer Ausgangssituation und einem kleinen Plot Twist: eine junge Frau recherhiert über Perversion und die Gefühle, die Menschen beim betrachten von Snuff-Filmen haben, und führt ein Gespräch mit einem Expertem, während zeitgleich ein kranker Psycho Frauen vor laufender Kamera totquält.
Der Film ist wirklich ziemlich grausam. Der Zuschauer wird durchgehend mit sehr grausamen und sadistischen Tötungen konfrontiert, die der maskierte Psycho an jungen gefesselten Frauen in seiner abgefuckten Bruchbude vollzieht. Hierbei schafft die Athmo nicht der Splatter, sondern der dreckige und kranke Flair der Bilder, man könnte wirklich meinen, dass man sich irgendwo auf einer Webpage echten Snuff anschaut, nicht zuletzt wegen den grellen und verwaschenen Bildern, welche wirklich sehr stark an Homemade Sachen erinnern.
Desweiteren ist der Film ziemlich experimentell, sprich man hat ein wenig mit optischen Mitteln hantiert, und einen Dark Industrial Soundtrack drüber gelegt. Dieser passt zwar ganz klar zum Film, hat mir aber gar nicht gefallen, erst gegen Ende wird der Score ein wenig besser und es wird Spannung erzeugt.
Der Film schlägt ganz klar in die selbe Kerbe wie andere Sicko Filme wie August Underground, Scrapbook usw, und leidet leider auch an der einen großen Schwäche der genannten Filme, nämlich der fehlenden Spannung. Obwohl eigentlich IMMER gemordet wird, stellt sich nach einer Stunde schon ein gewisser Leerlauf ein, da die Opfer nie vorgestellt wurden, und man somit nicht mit ihnen mitfiebert, es eigentlich keinen Handlungsstrang gibt, und, wie schon erwähnt, der Soundtrack nicht grade prickelnd ist. Erst gegen Ende ändert sich das ein wenig, und die letzten 20 Minuten wirken ein wenig wie TCM oder Frontiers.
Was wiederum sehr positiv war, war dass der Regiesseur wirklich das zeigt, was er zeigen wollte, nämlich eine komplett kranke Welt, welche auch durch das Internet definiert wird: so surft der Triebtäter zB auf fetish Porno Seiten und zieht sich Tiersnuff rein (dies sieht man im Film und ist unfassbar schlimm).
Schlussendlich kann man sagen, dass Snuff 102 zwar sehr hart, aber nicht so hart ist, wie er immer hingestellt wird. Stellt euch vor, man nehme den Look und die Herangehensweise von Scrapbook, packt ALLE Mordszenen aus den 3 August Underground Filmen rein, mischt eine Prise Nine Inch Nails-Musikvideo mit rein und verleiht dem ganzen einen Schuss Snuffthematik, und dann hat man Snuff 102. Kein sehr angenehmer Film, auch wenn er ein gewisses Klientel sehr gut bedient. Inwiefern der Regiesseur hier wirklich ein Statement machen wollte (gute Ansätze gibt es), oder einfach nur shocken wollte, bleibt jedem selbst überlassen, ich wüsste ehrlich gesagt jetzt garkeine richtige Antwort darauf. Fakt ist, dass der Regiesseur weiss, wer sein Publikum ist, und diese Leute sind mit diesem Werk bestens bedient. Freunde von Sickofilmen MÜSSEN eigentlich zuschlagen, inwiefern das ganze noch in die Rubrik "Splatter" fällt, ist fraglich, gerade bei der sexuellen Gewalt und dem Tiersnuff geht das vielen bestimmt ein wenig zu weit.