Snuff 102 wurde und wird ja gern als unanschaubar hinsichtlich des Gewaltgrads dargestellt. Nüchtern betrachtet ist dem bei weitem nicht so. Denn abermals vermeintlich explizites Material wird gern mit Bildeffekten retuschiert oder einfach kurzzeitig schwarz überblendet. Nichtsdestotrotz ist Snuff 102 beileibe kein Sonntagsfilmchen.
Kommen wir aber mal zum eigentlichen Film: Snuff 102 bemüht sich eine eigene Geschichte bzw. Auffassung rund um das Thema Snuff zu erzählen. Die Story gerät leider zur Nebensache. Denn ein roter Faden lässt sich leider nicht ausmachen dafür gibts eine Bilderflut aus übersättigten verrauschten Bildern, mal in Schwarz-weiß dann überwiegend im Grünton gehalten. Der Stil gefällt. Musikalisch geht es eher in die Richtung von Industrial, auch das passt ganz gut. Die noch anfangs ersichtliche lineare Erzählweise zerbricht immer wieder in einzelnen Szenen, in denen Frauen gepoltert werden oder Internetclips unterschiedliche Art gezeigt werden. Durch diese konfuse Erzählweise verliert sich der Zuschauer leider in Belanglosigkeit, die einzige Spannungskurve die bleibt ist die Bilderflut und das Warten was als nächstes passiert. Aber gerader dieser Teil fasziniert. Die Atmosphäre ist unheimlich dreckig und verstörend und zieht einem im Gegensatz zur Story in ihrem Bann. Vor allem bekommt man genau das geliefert was wohl jeder für sich von einem Snufffilm "erwartet". Das Surren der Super-8-Rolle, dunkle Verließe, viel Blut, Schweiß und Dreck. Willkommen in Snuff 102.