Review


Inhalt:

Shanghai in den 20ern des letzten Jahrhunderts. Die Stadt wird von den Triaden-Gangs beherrscht..., und Big Boss Pei Lei Li (Lee Ying) ist der mächtigste unter den Banden-Chefs.
Ihm wird seine Herrschaft durch Ma Yung Chen streitig gemacht, der bereits 36 Männer in diesem Ringen tötete.
Doch Ma pokert zu hoch, ist zu selbstsicher, und so wird er von Pei und dessen Schergen mit äußerster Brutalität getötet.

Fan Kao To (Peter Yang Kwan) ist ein junger, selbstbewusster und gerecht denkender junger Mann. Er meint, er könne auf dieselbe Art wie Ma Yung Chen den Triaden Paroli bieten und es in der Unterwelt zu etwas bringen.
Er legt sich mit Pei´s Männern an, haut die Schutzgelderpresser zusammen, und auch im Casino kommt es zur Auseinandersetzung.

Doch Pei Lei Li ist nicht nur wegen Fan Kao To in Sorge..., er weiß, dass die Ma-Familie auf dem Weg nach Shanghai ist, und dass Ma Yung Chens Schwester, Ma Su Chen (Chia Ling aka Judy Lee), eine herausragende KungFu-Fighterin ist.
Pei will die gesamte Familie auslöschen....!

Fan und Ma Su Chen..., sie mögen sich nicht sonderlich, doch kooperieren sie...., allerdings kommt Fan fast ums Leben, als ihn eine Revolverkugel der Verbrecher, die von einem europäischen Schergen unterstützt werden, trifft. Ma Su Chen kann zwar zunächst das Leben Fans retten..., doch wird auch er letztendlich brutal getötet.

Ma Su Chen stürmt nunmehr das Hauptquartier Pei Lei Lis und nimmt es mit ca. 50 Mann gleichzeitig auf........


Fazit:

Im Jahre 1972 drehte Regisseurin (!) Florence Yu Fung-Chi diesen in seiner Story sehr einfachen, aber auch sehr harten und brutalen Rache-Eastern in allereinfachster Kulisse und wohl sehr kostengünstig für das weithin unbekannte Mini-Label "Fung Ming Motion Picture C." ab.

Yu Fung-Chi tat dies offensichtlich in Anlehnung an Chang Cheh´s "Boxer from Shantung" ("Der Pirat von Shantung", siehe mein Review auf dieser Webseite), den dieser Regisseur kurz zuvor für die Studios der Shaw Brothers inszenierte.
Die Härte, die blutig-brutalen KungFu-Fights, eine Figur namens Ma Yung Chen, die ermordet wird, nachdem sie Mafia-Kariere machte..., die Örtlichkeit Shanghai und eine nihilistische Anti-Heldin die aufräumt, lassen keinen anderen Schluss zu, als dass sich Yu Fung-Chi an Chang Cheh´s Triaden-Drama orientierte.

Sie tut dies in allereinfachsten Kulissen, in kostengünstigstem Look..., alles scheint schnell in vielleicht 2 Wochen abgedreht, und das Drehbuch schien offenbar auch nur 2 DIN A 4-Seiten betragen zu haben.
Es ist ein sehr einfacher Eastern..., ohne großen Aufwand, ohne große Ambition. Ein KungFu-Actioner...., einfach, rau, hart, blutig, kompromisslos-nihilistische und kalt-brutale Figuren. Die Günstigkeit stellt sich auch durch den Soundtrack dar, der natürlich geklaut ist..., die berühmte Sound-Sequenz aus dem U.S.-Krimi "Shaft", um 1970 nur mit Farbigen als Hauptakteuren gedreht.

Auf große Dialoge und Schauspielkunst wurde erwartungsgemäß denn auch verzichtet..., auf charakterliche Tiefe der Figuren eh..., das ganze will unterhalten..., tut dies am ehesten wohl für einfache Gemüter..., oder Menschen, die nach Feierabend nicht groß nachdenken und sich am Fratzengeballer laben wollen..., ja, warum denn auch nicht, Herrgott nochmal! Ich lehnte mich zurück, genoss mein Feierabend-Bierchen und diesen einfachen Film mit kernigen Fights..., so what?

Chia Ling (aka Judy Lee) ist die Anti-Heldin, kommt erst spät richtig ins Bild, will nur Rache und prügelt drauflos. Viel Tiefe zeigt sie nicht, fightet aber agil und kompromisslos.
Peter Yang Kwan agiert unaufgeregt..., doch leichtsinnig, muss dafür bezahlen, und spielt das alles angenehm ruhig. 

Die Villains sind allesamt böse und eher tumbe Gestalten, die am Ende als Bodycount-Kanonenfutter herhalten müssen. Angeführt werden sie von Lee Ying...., ein kalter Typ der über Leichen geht...., alles erwartungsgemäß. Mit dabei ist auch ein europider Darsteller..., der wusste wohl nicht so richtig, was er da sollte und wirkt daher verloren. Immerhin durfte er ein bisschen mit dem Revolver ballern, an dem er sich gern festhielt

Man schaut sich "The queen boxer" ("Kung Fu - Die Karateteufel", für deutsche Kinos wurde wieder mal ein drolliger Titel kreiert) wegen des KungFu an...., rau, rustikal geht es zur Sache, keine Balgerei..., aber reelles KungFu. Kein Schnickschnack...., nicht unbedingt technisch hochklassig, aber dynamisch, kernig und intensiv.
Höhepunkt ist der ungemein blutige und brutal geführte 10 minütige Endkampf 1 Lady vs. 50 Villains...., der reißt das ganze noch richtig raus.
Wieder in Anlehnung an "Boxer from Shantung" wird auch hier phasenweise mit Äxten blutig aufeinander eingedroschen.

Viel gibt es zu diesem Eastern nicht zu sagen. Ich finde, genau das richtige nach stressiger Arbeitswoche...., ohne Tiefgang, dafür mit intensiv-brutalen KungFu-Kämpfen.
An sich würde ich als Eastern-Experte unter einer mittleren Note bleiben..., da alles doch sehr einfach und kostengünstig abgenudelt wirkt...., doch nicht zu leugnender Unterhaltungsfaktor nach arbeitsreichem, nervigem Büro-Tag und ein fulminanter Endkampf sorgen noch für passable 6/10 Punkten in meiner Bewertung.

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