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Endlich kann der Terrorist El Sayed Jaffa (Andreas Katsulas) dingfest gemacht werden. Leider hat sein Anhänger Nagi Hassan (David Suchet) einige Portionen des Nervengases DZ5 stehlen können. Colonel Austin Travis (Steven Seagal) soll das Gas mit seiner Truppe sicherstellen, doch es ist verschwunden. Nagi hat sich daraus von einem Spezialisten eine Bombe bauen lassen und mit seinem Mannen einen Jumbo Jet in seine Gewalt gebracht. Mit Hilfe des Wissenschaftlers Dennis Cahill (Oliver Platt) und Dr. David Grant (Kurt Russell) versucht man nun mit einem Stealth Düsenjet an die Maschine anzudoggen, um durch einen Schlauch durch die Ladeluke zu steigen. Das Vorhaben funktioniert bedingt. Travis lässt dabei sein Leben, der Bombenexperte Cappy (Joe Morton) wird lebensgefährlich verletzt. Nun muss die kleine Gruppe die Terroristen selbst ausschalten. Am Boden bereitet man derweil die Zerstörung des Jumbos vor. Grant und Co bleibt nicht viel Zeit.

Er übernahm den Filmschnitt bei vielen großen Filmen wie "Lethal Weapon, Demolition Man" oder "Casino Royale", seine Karriere startete schon Mitte der 70er Jahre, aber erst Produzent Joel Silver verhilft ihm zu einem ersten Regieposten. Natürlich ließ es sich Stuart Baird nicht nehmen, hier auch den Schnitt zu übernehmen. Aber als Regisseur taugt er auch, wie auch die nachfolgenden Regiearbeiten "Auf der Jagd" und "Star Trek - Nemesis" beweisen. Da Joel Silver schon immer recht spendabel war, wenn es um Action ging, ist "Einsame Entscheidung" einer der letzten Filme, ohne CGI.
Die Story war bei der Enstehung gängig, wurde schon in ähnlichen Variationen dutzendfach von Cannon verwurstet, doch heute ist diese Problematik aktuell. Es müssen wieder muslimische Terroristen herhalten, die ihren großen Anführer freipressen wollen. Es soll auch ein Zeichen für Amerika gesetzt werden, daher will man mit der besetzten Maschine, die im Rumpf die Bombe mit Nervengift mit sich trägt, direkt nach Washington fliegen. Eigentlich ein einziges Klischee, dass in den letzten Jahren viel zu oft in den Nachrichten lief. Aber den Gebrüdern Jim und John Thomas (Predator, Aliens vs. Predator) gelingt aus diesem eher einfältigen Stoff, ein spannendes Screenplay zu formulieren. Zudem hat man eine gute Besetzung an Bord.
Kurt Russell als Anzugträger David Grant (007 auf der Flucht), der sich zum Kämpfer mausert. Steven Seagal lebt leider nicht lang genug um seine Talente aufblitzen zu lassen, Halle Berry muss als Stewardess Jean nur gut aussehen, immer gern von mir gesehen ist Oliver Platt, der hier den nervösen Cahill verkörpert. Weitere bekannte Namen sind John Leguizamo, J.T. Walsh und David Suchet macht als Terrorist einen guten Job.
Es sind eigentlich alle Komponenten für einen spannenden Film gegeben und Baird treibt einem hier wirklich den Puls nach oben. Die Einheit muss im Flugzeug den Angriff vorbereiten, dazu werden massig Minikameras gesetzt, nebenbei muss man die Bombe entschärfen und einen Schläfer im Flieger ausfindig machen, der sie mittels Handcomputer zünden kann. Hinzu kommt, dass man keinen Funkkontakt hat und man am Boden schon den Abschuss des Jumbos beschlossen hat. Leider ist dann der eigentliche Actionanteil sehr gering. Viel zu schnell hat man die Terroristen abgefertigt und zusätzlich noch dieses unpassende Finale, wo Grant den Jumbo auf einem Propellerflughafen landet. Das ist dermaßen übertrieben, dass es schon wieder witzig ist. Der Typ müsste ein Profipilot sein, um den Jumbo auf der viel zu engen und viel zu kurzen Strecke zu landen. Immerhin entstehen dabei einige Sachschäden, die nett anzusehen sind.
Die Flugzeugkulisse ist auch recht realistisch dargestellt, nur mal wieder das alte Problem. Ein Jumbo ist groß, aber nicht so groß wie hier in einigen Sequenzen dargestellt. Der teils patriotische Score stammt von Jerry Goldsmith.

Was man "Einsame Entscheidung" hoch anrechnen muss, ist dass er handmade ist. Die Flugszenen sind echt, die Kulisse recht authentisch, die Story heute aktuell. Gute Darsteller runden die Sache ab und für eine Laufzeit von 127 Minuten kommt richtig Spannung auf. Leider viel zu wenig Action, das Finale ist hanebüchen und einige Hänger machen sich doch bemerkbar.

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