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Ein internationaler Topterrorist wird gefangen und eingesperrt. Mehrere seiner Anhänger versuchen infolge dessen ihren Anführer zu befreien und entführen ein Flugzeug, in dem sich ein US-Senator und Präsidentschaftskandidat, gespielt von J.T. Walsh, befindet. Man beschließt eine Sondereinheit unter der Leitung eines erfahrenen Soldaten, gespielt von Steven Segal, bei einem spektakulären Andockmanöver an Bord zu bringen, als das Manöver jedoch schief läuft stirbt der routinierte Anführer und ein Terrorismusexperte, gespielt von Kurt Russel, der keinerlei Erfahrung hat, übernimmt die Anführerrolle.

In fast jeglicher Hinsicht ist "Einsame Entscheidung" ein solider und unterhaltsamer Thriller, auch wenn er über die volle Laufzeit im konventionellen Rahmen bleibt und sich von Anfang bis Ende auf den altbekannten Handlungsbahnen des Genres bewegt. Das einzige, was wirklich auffällig hervorsticht ist dabei der gute und namenhafte Cast, der voll und ganz überzeugen kann.

Kurt Russell, der nach "Die Klapperschlange" und "Das Ding aus der anderen Welt" eher als Actionheld einen großen Namen bekam, meistert die Rolle des Bürohengsts, der schließlich unverhofft eine gefährliche Mission bestehen muss und sich zum Helden mausert, hervorragend, auch wenn man ihm den Part des ängstlichen Fachidioten nicht ganz abnimmt. Vor allem zum Ende hin zieht er dabei die Sympathie des Zuschauers immer mehr auf sich und steigert damit zusätzlich die Spannung. Halle Berry kann als engagierte und mutige Stewardess ebenfalls voll und ganz überzeugen. Steven Segal duldet normalerweise keine weiteren bekannten Darsteller an seiner Seite, machte hier aber mal eine Ausnahme. Er spielt wie immer sehr hölzern und nervt mit seinem beinahe maskenhaften, ernsten und unerbittlichen Gesichtsausdruck. Dumm nur, dass seine eher beschränkten darstellerischen Fähigkeiten an Seite von Kurt Russel und Halle Berry umso deutlicher auffallen und so hat er sich die Nominierung für die goldene Himbeere redlich verdient. Auch der übrige Cast ist hervorragend, von der starken Leistung von Oliver Platt als nervösen Fachmann, bis hin zu J.T. Walsh, der als aalglatter Senator überzeugen kann.

Der Film startet mit einer relativ langatmigen Exposition, bis Segal und Russell schließlich ihre Mission starten, aber ab dann unterhält der Film gut. Regisseur Stuart Baird baut eine gespannte Atmosphäre auf und nutzt die klaustrophobische Kulisse des Flugzeugs und die ständige Bedrohung aus, um die Spannung konstant zu steigern. Auch bei den gezielten Musik- und Ton-Effekten, die die Spannung weiter steigern, merkt man die Routine des Regisseurs, der mit "Lethal Weapon", Superman" und "Das Omen" bereits Erfahrungen als Cutter sammeln konnte und dies bei seinem Regie-Debüt hervorragend ausspielt. Das Erzähltempo wird langsam, aber konstant immer weiter erhöht und, obwohl die Handlung von Anfang an vorhersehbar ist und eigentlich überhaupt nicht überraschen kann, wird der Film zum Ende hin zunehmend spannender.

Trotz der fehlenden Überraschungen, kann "Einsame Entscheidung" zum Ende hin fesseln und wird richtig spannend und das, obwohl man ja eigentlich weiß, wie es ausgehen wird. Mit den Terroristen an Bord und dem Militär im Rücken, das plant die Maschine abzuschießen, bringt Baird diesen Zustand der Bedrohung hervorragend auf die Leinwand und unterhält so bestens. Aber immer dann, wenn der Film wirklich spannend ist, greift die Vorhersehbarkeit und so kommt er nicht über einen ordentlichen Unterhaltungswert hinaus. Damit ist "Einsame Entscheidung" einer dieser Thriller, die gut unterhalten, aber auch schnell wieder vergessen sind, ist aber fürs einmalige Anschauen auf jeden Fall empfehlenswert.

Fazit:
Die Story ist absolut stereotyp und damit vorhersehbar. Dennoch kann "Einsame Entscheidung" über die volle Laufzeit unterhalten, was im Wesentlichen auf die gelungene Inszenierung von Stuart Baird zurückzuführen ist, der das Tempo immer weiter beschleunigen kann und auf den starken Cast, bei dem lediglich Steven Segal fehl am Platz ist.

63%

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