Review

„Einsame Entscheidung“ ist großes Blockbusterkino aus dem Hause Joel Silver und der Beginn der Flugzeugfilmwelle Ende der 90er.
Eine Ladung des Nervengases DZ-5 wurde geklaut und ein Einsatzteam unter Leitung von Lieutenant Colonel Austin Travis (Steven Seagal) soll dieses aus einem Haus der tschechischen Mafia zurückholen. Der Überfall gelingt und sie können mit wenn auch unter Verlust eines Mannes alle Terroristen ausschalten – doch das DZ-5 ist nicht mehr da. Der Überfall ist ein echter Leckerbissen für Actionfans, aber man sollte sich auf zwei Dinge gefasst machen: Dies war die erste von lediglich zwei Schießereien in dem Film und obwohl der gute Steven mitspielt, ist „Einsame Entscheidung“ kein Seagalfilm.
Das DZ-5 bekommt jedoch bald wieder eine brisante Bedeutung: Eine Horde Terroristen kapert ein Flugzeug, um ihren entführten Anführer von der US-Regierung freizupressen. An Bord der Maschine vermutet der Nahost-Spezialist des Pentagons, Dr. David Grant (Kurt Russell), das Nervengas, mit dem die Terroristen einen vernichtenden Schlag gegen die USA führen könnten – auch wenn man ihren Anführer freilässt. Man beschließt das Einsatzteam von Travis plus Grant und den Techniker Dennis Cahill (Oliver Platt) in einem Tarnkappenbomber zu dem Flugzeug hinaufzuschicken, um dort die Geiselnahme zu beenden und die Bombe zu entschärfen. Dies alles wird im Film noch besser und ausführlicher erklärt als in meiner kleinen Zusammenfassung hier.

Doch in der Luft gerät die Aktion außer Kontrolle: Der Bombenspezialist Cappy (Joe Morton) stürzt bei Turbulenzen während des Andockens und bricht sich einen Halswirbel, der Tarnkappenbomber stürzt im Andocken ab, reißt Travis in den Tod und lässt das Team so ohne einen wichtigen Teil der Ausrüstung stehen. So muss der Rest des Teams über sich selbst hinauswachsen, wollen sie nicht, dass die Regierung zu Plan B greift: Das Flugzeug abzuschießen, bevor es den US-Luftraum erreicht.
Die Handlung von „Einsame Entscheidung“ ist ziemlich spannend geraten und besitzt auch einige ziemlich gute Wendungen. Vor allem die Situationen, in denen viele Charaktere ihr Leben riskieren, um die anderen zu schützen, zerren an den Nerven, da man nicht davon ausgehen kann, dass sie das Ende des Film erleben. Bestes Beispiel ist der Heldentod von Seagal in der Anfangsphase des Films. Bei der guten Handlung verzeiht man auch das extrem unglaubwürdige, wenn auch recht ironische Ende des Films. Die Handlung hätte man allerdings am besten etwas gestrafft, da der Film so bei mehrmaligem Ansehen kleine Längen besitzt.
Die Beziehungen zum Terrorismus heutiger Zeit sind beklemmend real, auch wenn der Film von 1996 stammt. Zwar geht „Einsame Entscheidung“ nicht über Unterhaltungskino hinaus und ist dabei auch weniger brisant als die Tom Clancy Verfilmungen, aber dennoch: Die Darstellung des Terrorismus ist doch recht brisant.

Auch wenn die Handlung um die Arbeiten des Teams innerhalb der Maschine (Bombe versuchen zu entschärfen, Terroristen auskundschaften etc.) den größten Teil des Films einnimmt, so lockert etwas Action den Film auf. Da wären zum einen zwei Schießereien, von denen die längere allerdings gleich die Eröffnungssequenz des Films ist (siehe oben); dennoch sind diese echte Leckerbissen für Actionliebhaber. Außerdem bieten sich einige gewaltige und wirklich spektakuläre Flugsequenzen, die ebenfalls ziemlich geschickt inszeniert sind.
Kurt Russell ist als Hauptdarsteller recht gut, auch wenn er an einigen Stellen nicht so ganz überzeugen kann; aber das sind nur wenig Stellen. Seagal hat nur wenig Screentime, in der er sich aber so präsentiert wie ihn Fans lieben: Als knallharter Actionheld, auch wenn er hier noch weniger Mimik zeigt als in seinen Hauptrollen. Recht gut besetzt und gespielt sind die Nebenrollen: Oliver Platt als Techniker, Halle Berry als tapfere Stewardess an Bord der Maschine, John Leguizamo als Mitglied der Spezialeinheit und J.T. Walsh als Senator an Bord der Maschine. Auch wenn kein Schauspieler in „Einsame Entscheidung“ seine Sternstunde hat, so liegt das schauspielerische Niveau trotzdem im oberen Bereich.

Spannender Actionthriller mit guter Story und einem gehörigen Maß Spannung; nur etwas mehr Action und Tempo wären wünschenswert gewesen.

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