Der Boxer markiert nach im "Namen des Vaters" und "Mein Linker Fuss" bereits die dritte Zusammenarbeit zwischen Daniel Day-Lewis (Im Namen des Vaters) und Jim Sheridan (In America).
Der gebürtige Irländer Jim Sheridan greift in seinem packenden
IRA- Drama die politischen, sozialen und ethischen Differenzen und Konflikte seines Landes auf. Dieses brisante und komplexe Thema bildet dann auch den Background des Films, der in der Vergangenheit für einigen "Zündstoff" gesorgt hatte.
Im Vordergrund erzählt der Film jedoch von der unkonventionellen Liebesbeziehung zwischen dem Rebell Danny Flynn (glänzend wie immer: Daniel Day-Lewis) und seiner Liebe zu Mäggie (Emily Watson). Als Danny nach 14 Jahren Gefängnis wieder auf freiem Fuss lebt, setzt er alles daran die Liebe seine Lebens und sein Zuhause wieder zurückzugewinnen. Seine tiefe Zuneigung für Mäggie und sein "unsichtbarer Kampf" für den Frieden findet in stiller, fast spiritueller Weise statt. Er ist kein Mann grosser Worte. Nach seinem langen Gefängnisaufenthalts wird ihm die Sinnlosigkeit der Gewalt bewusst. Im Boxsport findet er etwas, womit er die verfeindeten Parteien wieder zumsammenzubringen könnte. Dies geschieht auf eine höchst subtile Weise und macht den Film durchaus glaubhaft.
Der Regisseur schafft eine Art parallele zwischen Dannys Boxkämpfen und den aktuellen Ereignissen. In einem pervers anmutendem Boxkampf zwischen Danny und seinem schwarzen Wiedersacher findet der Film meiner Meinung nach den Höhepunkt. Als Danny den Gegner praktisch besiegt hat, und nur noch zum K.O. ansetzen könnte, beendet er jedoch abrupt den Fight und Antwortet: "Der Kampf ist vorbei". Eine eindrückliche, irritierende Szene die lange im Gedächtnis bleibt.
Die Geschichte des Films besteht aus Hass,Schmerz und Unterdrückung. So sind auch die Kameraaufnahmen die meiste Zeit in tristem blau gehalten, begleitet von quälenden Klaviertönen.
Neben dem eher konventionellen Ende, bleibt der Boxer jedoch ein packendes und zugleich schmerzhaftes Plädoyer für den Frieden das uns trotz des "Happy Ends" in einem eher ungemütlichen Gefühl zurücklässt.
Mehr als verdiente 8/10