Manche User sehen sich in der Pflicht, zu ihrem 100sten Review (oder generell zu Jubiläen) etwas Besonderes abzuliefern. Ich hingegen bleibe bei meinem üblichen Programm und bespreche abermals eine unbekannte Perle aus den unendlichen Weiten des B-Movie-Ozeans. Kein hitverdächtiger Film, aber auch kein Schlechter.
"Mordlust" handelt von einem jungen Mann, der gezwungen wird, an einer Vergewaltigung teilzunehmen. Nach vielen Jahren kehrt er zu seiner Mutter zurück, doch die seelischen Narben sind geblieben. Unfähig, mit Frauen eine Beziehung einzugehen, wird der junge Mann nach und nach zum Serienmörder...
Um eines vorneweg zu nehmen: "Mordlust" ist weder besonders reißerisch noch graphisch. Zu keinem Augenblick erreicht der Streifen die Intensität eines "Henry - Portrait of a Serial Killer" oder den visuellen Härtegrad von William Lustig´s berühmt-berüchtigtem "Maniac". Viel eher ist dieses Werk von Curtis Harrington eine Psychostudie über einen mental gestörten jungen Mann. Das Böse schleicht sich hier durch die Hintertür, hinein in amerikanische Bilderbuch-Vororte und heile-Welt-Idyllen.
Weder die Morde noch die Vergewaltigung sind besonders drastisch in Szene gesetzt. Was viel eher verstört, ist die Frage, ob man den gestörten jungen Mann nun hassen oder bemitleiden soll. Auch durch das überzeugende Spiel von Hauptdarsteller John Savage ("Die durch die Hölle gehen") sowie Ann Sothern als seine exzentrische Mutter gewinnt "Mordlust" an Qualitäten, die ihn von so manch oberflächlichem Reißer aus dem Exploitation-Bereich abheben lässt. Lediglich die Traumsequenz, in der Savage im Kinderbett und Daum-nuckelnd am Strand liegt, um von allen verhöhnt zu werden, ist etwas unfreiwillig komisch. Auch hat der Streifen einpaar langatmige Passagen zu bieten, kann im Gesamtbild jedoch mehr als ordentlich punkten.
Fazit: Kleiner, aber nicht unfeiner Psychothriller aus der B-Schublade. Für Genrefans durchaus einen Blick wert. Und ich freu mich derweil auf die nächsten 100 Rezensionen. Vorab: 7 von 10 Punkten für "Mordlust".