Croc
(Tiberius Film/ Sunfilm Entertainment)
Mit Croc liefert uns Regisseur Stewart Raffill (The Philadelphia Experiment, Grizzly Falls) einen weiteren Vertreter des beliebten Tierhorrorfilms.
Die Geschichte spielt in einem thailändischen Urlaubsgebiet, wo unser Protagonist Theo einen kleinen Tierpark unterhält, welcher zwar kaum Gewinn abwirft, er jedoch nach wie vor sein ganzes Herzblut hineinlegt. Kernstück ist eine Tiershow mit Krokodilen, für die er immer auf der Suche nach zahlungskräftigen Zuschauern ist.Da neben seinem Park eine großräumige Ferienparkanlage entstehen soll, wird ihm das Leben durch Unternehmer erschwert, die seinen Park gerne schließen würden. Doch davon nicht genug verschwinden plötzlich Badegäste spurlos, beziehungsweise wurde der Übergriff durch Krokodile gemeldet. Dies ist jedoch erstmal unwahrscheinlich, da diese Tiere hier eigentlich nicht heimisch sind. Bald jedoch wird klar, dass durch die globale Erderwärmung sowohl die Krokodile (hier ist es jedoch nur eines) überdimensional gewachsen und dazu noch ihren Lebensraum geändert haben, beziehungsweise ihn an der thailändischen Küste eingerichtet haben. Schnell ruft dies schiesswütige Jäger auf die Spur, die nun die Jagd eröffnen.
Croc ist ein typischer Film der Gattung „die Natur schlägt zurück“! Leider kann man allerdings an allen Ecken und Enden das mangelhafte Budget erahnen, so wurde zum Beispiel bei der Kreatur auf Dokumentarmaterial zurückgegriffen, was erstmal okay ist, jedoch kaum Möglichkeiten bietet, das Tier in bissiger Aktion zu zeigen, da dann der Größenunterschied zum Opfer schnell ersichtlich gewesen wäre.
Außerdem fällt dem Betrachter sehr schnell auf, dass Regisseur Stewart Raffill seinen Film viel zu ernst nimmt. Keine ironische Spitze, nicht der Anflug von Humor. Dies wäre jedoch bei einem Film dieser Machart sinnvoll gewesen, um ihm die Schwere zu nehmen. Somit müssen nun die Darsteller die Kastanien aus dem Feuer holen. Zurückgreifen kann er dabei auf eine Schar von noch unverbrauchten Darstellern (einige dem Genrefan bekannte Gesichter wie etwa David Asavanond aus Revenge of the Warrior geben sich in Croc die Ehre) und einem sichtlich gealterten und mittlerweile überall mitspielenden Michael Madsen (Kill Bill, Natural Born Killers) versuchen ihr Möglichstes, den Film wenigstens darstellerisch zu retten.
Auch auf der inszenatorischen Ebene gelingt es Raffill selten, den Zuschauer zu fesseln. Neben wunderschönen Landschaftsaufnahmen (welche in Thailand ja öfter anzutreffen sind) wird es konsequent vermieden, dem Film etwas Dynamik zu verleihen. Eher behäbig werden sowohl die Angriffe als auch der Rest der Geschichte präsentiert, so dass weder auf visueller Ebene noch die Geschichte an Fahrt gewinnt, und damit zu fesseln weiß. Dies ist für einen Film dieses Genres natürlich ein nicht zu leugnendes Manko, und lässt ihn schnell wieder in Vergessenheit geraten. Somit reicht Croc zwar aus, um über einen kurzen Zeitraum zu unterhalten, jedoch längerfristig bietet der Film leider keinen Nährwert.
CFS