Review

Wenn man als Genrefreund die oft ausgetretenen Pfade des Tierhorrors beschreitet, wünscht man sich auf Dauer doch mal etwas anders als ein Sammelsurium voller Klischees und üblicher Verlaufsmuster.
Leider bildet „Croc“ diesbezüglich keine Ausnahme, außer dass Michael Madsen als Jäger angeheuert wurde und die Chose im teilweise malerischen Thailand spielt.

Ansonsten bietet der Verlauf keinerlei Überraschungen oder gar Innovationen: Zoobesitzer Jack soll das Geschäft von einem einflussreichen Schnösel streitig gemacht werden, während ein riesiges Salzwasserkrokodil auf Jagd nach Touristen und Einheimischen geht.
Jack, sein Team und der kauzige Jäger Croc Hawkins (Madsen) heften sich an die Verse des Reptils.

Zumindest weichen die Macher nicht einen Moment vom 08/15-Konzept ab und starten direkt mit einem tödlichen Übergriff auf zwei Angler, stellen uns anschließend den Sympathieträger bei seiner Arbeit im Zoo vor, binden kurz den Bösewicht mit einer seiner Intrigen ein und das Love Interest in Form einer Frau von der Tierschutzbehörde ist auch bald gefunden.
Daneben fraggeln noch der Neffe des Helden, einige Schergen des Fiesewichts und unfähige Cops, sogar ein TV-Team werkelt mit.
Dazwischen, in fast zeitgenau abgemessenen Intervallen, schlägt die Panzerechse zu.

Wobei diese Szenen durchaus sehenswert sind, da fast gänzlich auf Computereffekte verzichtet wurde und auch wenn die Opfer meistens nur durchs Wasser gezogen werden, wurde das Vieh recht gekonnt eingefangen, auch während einiger schwungvoller Unterwasseraufnahmen. Möglicherweise handelt es sich bei den Szenen mit dem Krokodil um Stock Footage, da die Aufnahmequalität zuweilen etwas abweicht und das Tier nicht immer gleich groß zu sein scheint, - eingebunden wurden diese jedoch recht gekonnt.

Das bewirkt allerdings noch längst keinen Anlass zur Freude, da auf viel Drumherum wie Intrigen und kleine Liebschaften nicht verzichtet wurde und einige Laufzeitstrecker im Spiel sind, bevor es zum Showdown mit allen Sympathieträgern Richtung Höhle des Feindes geht.
Hier kann das Finale nicht so wirklich überzeugen, auch wenn für eine merkliche Temposteigerung gesorgt wird, fällt das Ende extrem unspektakulär aus, vor allem in Bezug auf die Gefährlichkeit des Krokodils.

Dabei mühen sich Leute wie Michael Madsen natürlich nicht sonderlich ab und spulen ihr routiniertes Programm ab, während die unbekannten Gesichter allenfalls passabel agieren, aber weitaus weniger Präsenz einbringen können.
Ansonsten kann man sich über handwerkliche Mängel nicht beschweren.

Dennoch fehlt diesem Beitrag etwas Spezielles, um sich von der breiten Masse abzuheben. Die Landschaftsaufnahmen kommen zuweilen etwas zu kurz, der Blutgehalt dürfte höher sein und ein Augenzwinkern wäre auch nicht schlecht gewesen.
So verbringt man Zeit mit Leuten, die teilweise vergeblich jagen, weil sie auf die Prämie scharf sind, mit nett anzuschauenden Thailänderinnen und einem Helden der zunächst ganz andere Probleme hat, als ein riesiges Salzwasserkrokodil zu jagen.

Für Freunde des Genres absolut vorhersehbar, macht er während der ersten Hälfte aufgrund Abwechslungsreichtums deutlich mehr Spaß als in der zweiten Hälfte, die von einigen langatmigen Szenen und reichlich vielen Klischees geprägt ist.
Nicht gänzlich schlecht, aber irgendwo doch vergessenswert belanglos.
4 von 10

Details
Ähnliche Filme