Review

Schauspieler Peter Berg hat sich schon einige Male als Regisseur versucht, was in den meisten Fällen auch gelungen ist. Sein Regiedebüt "Very Bad Things" ist ein recht gelungenes Stück Film.

Die Story: Kyle Fisher (Jon Favreau) steht kurz vor der Hochzeit mit Laura (Cameron Diaz) und seine Kumpels (u.a. Christian Slater, Jeremy Piven) haben ein Junggesellenenabschied in Las Vegas geplant. Dort angekommen, konsumieren die Freunde Drogen und bekommen auch Besuch von einer Stripperin. Beim Sex mit einem der Kerle stirbt diese aber. Ein Unfall. Doch was nun tun? Die Freunde entscheiden sich dafür, die Leiche los zu werden, doch bei einer wird es nicht bleiben...

Peter Berg, der auch das Script schrieb, bedient sich ziemlich stark bei "Tod einer Stripperin" (1997). Manche würden sagen, eine dreiste Kopie, aber Berg versucht eine eigene Geschichte aufzubauen.
Die Story ist, ungeachtet des anderen Films, sehr spannend inszeniert. Wer kennt das nicht. Man trinkt viel Alkohol, labert über Politik und andere Themen, und dann passiert ein Missgeschick, wobei das im Film hoffentlich noch nie jemanden passiert ist und wird. Eine Stripperin stirbt. Der sich daraus entwickelnde Dialog zwischen den Kumpels ist eines der Highlights des Films. Während der gemäßigte und vernüftigte Teil der Gruppe, insbesondere Adam (Daniel Stern) die Polizei einschalten will, schlägt Boyd, herrlich arrogant gespielt von Christian Slater, eine andere Lösung vor. Die Freunde schnappen sich Putzlappen, Reinungschemikalien und Koffer und vergraben die Leichen (mittlerweile ist ein Wachmann dazugekommen) im Wüstenboden. Die ganze Szenerie ist überaus makaber und zynisch, vor allem der Tod des Wachmanns. Manche Leute werden spätestens da abgeschaltet haben, denn der Film gibt nun die Marschrichtung vor: Es wird böse werden.
Dass das ganze nicht zu einem Fest von stumpfen Zynismus ausartet, ist der gelungenen Inszenierung von Peter Berg zu verdanken, denn der Film ist trotz vieler boshafter Szenen überaus witzig. Der Humor in "Very Bad Things" ist vor allem sehr schwarz. Nationalitäten, Menschlichkeit, Werte - über vieles wird sich lustig gemacht. Auch visuell gibt es einige harte Szenen. Außerdem fiebert man mit den Charakteren in gewisserer Weise auch mit. Wird die Vernunft siegen, oder reiten sich die Kumpels immer weiter in die Sch... rein?

Aus psychologischer Sicht ist der Film natürlich sehr flach, der Unterhaltungswert steht im Vordergrund, und der ist durch pointierte Dialoge und böse Scherze auch gegeben. Schön auch, dass der Film seine makabere Art bis zum Schluss beibehält und einige Male überraschen kann.
Die Darsteller sind solide bis fantastisch. Christian Slater und Cameron Diaz können voll überzeugen, der eigentliche Hauptdarsteller Jon Favreau, längst ein erfolgreicher Regisseur wie Peter Berg, bleibt hingegen ein wenig blass.

Fazit: "Very Bad Things" spaltet die Gemüter ziemlich. Mit der Art von Humor muss man umgehen können. Gute Dialoge und eine recht spannende Umsetzung sorgen aber für einen netten Filmabend.

Details
Ähnliche Filme