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Los Angeles Ende in den 90er: Die beiden korrupten Cops Divinci (James Belushi) und Rodriguez (Tupac Shakur) zocken Drogendealer ab, indem sie Drogenübergaben vortäuschen, die Dealer umbringen und die Kohle in die eigene Tasche wandern lassen. Im Zuge ihrer täglichen Arbeit im Drogen-Milieu können sie die Toten als Opfer von Banden-Kriminalität (Gang Related, so der Original-Titel) relativ unauffällig in den Akten verschwinden lassen - beim elften derartigen Coup aber benötigen sie ein Bauernopfer dem sie die Tatwaffe unterschieben können, was sich als fast unmöglich herausstellt, da der hierfür auserkorene obdachlose Penner (Dennis Quaid) sich als ehemaliger Arzt herausstellt, der die Tat nicht begangen haben kann. Immer enger zieht sich die Schlinge um die beiden Cops zu, die u.a. mit einer fingierten Zeugin den kommenden Prozess gewinnen wollen...

Die reichlich konstruiert wirkende und auch nicht gerade innovative Story um zwei korrupte Polizisten funktioniert nicht, was mehrere Gründe hat: Zum einen ein schwaches Drehbuch, das viel zu wenig auf die Beweggründe der beiden eingeht (während Rodriguez immerhin von Kredithaien wegen seiner hohen Spielschulden unter Druck gesetzt wird, scheint Divinci ohne Not nur von einem besseren Leben auf Hawaii zu träumen) und deren Handeln - zumindest anfänglich - oft mit komödiantischen Attributen ausschmückt. Belushi als zynisch-abgebrühter, aber stets beherrschter Cop kann dabei noch halbwegs überzeugen, sein Partner Rodriguez dagegen ist ein Zauderer und Weichei, dem die gemeinschaftliche Ermordung von mindestens zehn Kriminellen nie und nimmer zugetraut werden kann. Zudem versteigt sich das Drehbuch durch die spätere Aufdeckung des Vorlebens des Penners als wohltätigem Arzt aus millionenschwerer einflußreicher Familie in geradezu fantastische Höhen, wodurch auch der letzte Rest an Glaubwürdigkeit der Story verspielt wird.

Bezüglich der Darsteller gibt es neben Belushi und Shakur einige bekanntere Namen, die alle nicht weiter auffallen: Dennis Quaid in ungewohnter Rolle als anfängliches Alkoholwrack, der später geläutert und trocken seine Strafwilligkeit einräumt, James Earl Jones als gefürchteter Winkeladvokat, der das Lügengebäude der korrupten Cops vor Gericht zu Fall bringen will oder auch Lela Rochon als Stripperin Cynthia, die zu einer falschen Zeugenaussage genötigt wird.
Haupt-Knackpunkt ist jedoch Tupac Shakur als einer der beiden Hauptdarsteller - der erfolgreiche Rapper kann zu keiner Zeit irgendeine Art von Gefährlichkeit vermitteln, wirkt aufgrund seiner Textzeilen eher als Sidekick von Belushi und ist somit eine glatte Fehlbesetzung. Einen hauptberuflichen Musiker oder Sportler als Filmstar einzusetzen muss nicht unbedingt danebengehen, hier jedoch hätte es auch ein Lothar Matthäus an seiner Stelle nicht schlechter machen können. Es drängt sich der Eindruck auf, daß der seinerzeit sehr erfolgreiche Rapper Shakur in diesem - wie auch einigen wenigen anderen Streifen - abseits der HipHop-Szene eben auch auf der Leinwand als Star aufgebaut werden sollte. Wie bekannt, wurde der Gangster-Rapper im richtigen Leben dann einige Monate nach Drehschluß erschossen, was Gangland – Cops unter Beschuß in Tupacs Fankreisen zu einer gewissen Bedeutung verhalf - für alle anderen Zuschauer bleibt der Film jedoch bestenfalls Dutzendware.

Unklar bleibt auch welche Aussage der Film haben soll, denn Regisseur Jim Kouf baut wie erwähnt einige komödiantische Elemente in diesen Krimi ein, die dem schlußendlich verhinderten Justizirrtum mit dem ernst auftretenden Staranwalt einen seltsam unernsten Rahmen geben, beispielsweise wenn die Staatsanwältin mit vollem Mund und einem Dutzend Sushi-Schachteln auf dem Schreibtisch sich mit ihrem Gehilfen berät oder Belushi zu seinem Motto nie den Humor zu verlieren den schwarzen Kautionsbüro-Besitzer verdrischt. Zudem sind bis zum überhastet abgedrehten und wenig nachvollziehbaren Ende des Films auch noch einige Logiklöcher zu überwinden (wohin hatte sich Cynthia abgesetzt, wo blieb Divincis Frau, die man nur einmal gesehen hatte und wie wirkte sich Rodriguez´ Abgang auf das Gerichtsurteil aus, um nur einige zu nennen), sodaß dieser Streifen trotz einiger bekannterer Namen in die Kategorie "Einmal gesehen und gleich wieder vergessen" fällt. 3 Punkte.

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