„Gangland – Cops unter Beschuss“ ist ein ganz unterhaltsames Copkrimivehikel für Tupac Shakur.
Frank Divinci (James Belushi) und Rodriguez (Tupac Shakur) warten in einem Motel bis ihnen die Stripperin Cynthia Webb (Lela Rochon) einen Dealer hineinbringt. Es folgt der übliche Tausch Geld gegen Ware und der Dealer fährt mit den Drogen davon. Doch auf der Rückfahrt wird er erschossen – von Divinci und Rodriguez, welche die Drogen wieder einsacken. Damit beginnt der Film recht stimmungsvoll und stimmt den Zuschauer auf der eher düsteren Grundtenor von „Gangland“ ab.
Am nächsten Morgen sollen zwei Cops der Mordkommission das Verbrechen untersuchen – Divinci und Rodriguez. Die beiden hatten sich nur als Dealer getarnt, um ein eigenes Geschäft zu machen und der von ihnen verkaufte Stoff stammt aus der Asservatenkammer. Den Mord an dem Dealer wollen sie als Bandenverbrechen tarnen (als „Gang Related“ wie der Originaltitel lautet). Das Szenario halbseidener und krimineller Bullen ist zwar nicht allzu neu, wird aber von „Gangland“ in frischer und so eher selten verwendeter Form gebraucht.
Auf diese Weise haben die beiden bereits neun andere Dealer ins Jenseits befördert und sind mit der Masche jedes Mal durchgekommen, da keiner die Kriminellen vermisst. Doch dieses Mal liegt der Fall anders: Der Tote ist ein verdeckter Ermittler und die beiden sollen den Fall möglichst gründlich aufklären…
Das Rezept von „Gangland“ ist zwar durchschaubar, aber doch irgendwie erfrischend: Für die beiden kriminellen Cops geht nahezu alles schief, was schief gehen kann und jedes Mal, wenn sie für ein Problem eine Lösung gefunden haben, dann führt dies zu noch größerem Schlamassel. Erfreulicherweise hat der Film dabei einen sarkastischen Ton am Leib, der das Pleiten-Pech-und-Pannen-Szenario etwas beflügelt und man durch diesen Sarkasmus die eher unrealistische Verkettung unglücklicher Zufälle nicht ganz so ernst sieht.
Die Stimmung ist eher düster; selbst in Tagszenen wirken die Farben ausgebleicht und ausgewaschen, sodass der Film recht kühl wirkt. Der Soundtrack ist sehr Hip-Hop-lastig, wie bei der Besetzung einer der Hauptrollen mit Tupac aber nicht anders zu erwarten war, aber dieser ist erfreulich unaufdringlich und passt als Untermalung recht gut (also keine filmische Soundtrack-Werbung á la „Romeo must die“). Action gibt es aber an sich keine in „Gangland“: Den ein oder anderen sehr kurzen Schusswechsel oder eine kleine Handgreiflichkeit, aber der Film ist und bleibt klar ein Thriller.
Dank der zahlreichen, wenn auch in ihrer Menge etwas überzogenen Wendungen erreicht die Spannung ein solides Niveau, wobei lediglich das Ende etwas nachlässt. Vor allem die finale Durchsetzung von poetischer Gerechtigkeit mit dem Holzhammer bedarf einer Erklärung, denn warum es den letzten Toten in dem Film gibt, wird nicht wirklich erklärt. Ansonsten wird die Geschichte aber temporeich und ohne größere Längen erzählt, während die Regie einen ordentlichen Job erledigt.
James Belushi agiert mal wieder schön schmierig mit sarkastischen Sprüchen, wie man es schon oft von ihm gesehen hat und ist dementsprechend routiniert. Tupac Shakur ist für einen Musiker beim Film überraschend gut und auch an den Nebendarsteller gibt es nichts auszusetzen. Hier fährt der Film unter anderem Lela Rochon, James Earl Jones, Dennis Quaid und David Paymer auf.
So bleibt ein ganz netter Copthriller, zwar nach etwas simplem Rezept und gegen Ende nachlassend, aber gut erzählt und mit einer Vielzahl Wendungen sowie einer Prise Sarkasmus.