Als sonderlich originell erweist sich dieser Horror-Beitrag nicht gerade, denn die seichte Mixtur aus „Saw“ und „House of 9“ zündet auf dramaturgischer Ebene überhaupt nicht und weiß die notwendigen Zutaten nur ansatzweise gezielt einzusetzen, obwohl, es fehlt sogar ein nackter Frauenkörper.
Aber die solide Grundlage lädt eben ein: Eine Handvoll Partygäste wird während einer Sylvesterfeier in einem Hochhaus in eine Etage abseits gelockt, um von einem maskierten Killer reihum dezimiert zu werden.
Das läuft prinzipiell auf den durchschnittlichen Slasher hinaus, wurde zwar mit falschen Hinweisen und grimmigen Spielchen seitens des Killers ausgestattet, weicht aber kaum vom üblichen Schema ab.
Selbst der finale Plot Twist ist meilenweit erahnbar, denn irgendein Motiv muss der Miesepeter schließlich vorweisen können.
Also versammeln sich Männlein und Weiblein zu einer potentiellen Opfergruppe, die überwiegend aus Leuten aus dem Medienbereich besteht, - alle haben an Sylvester nichts Gescheiteres zu tun, als sich auf eine dumme SMS einzulassen und sich von der Feier abzukapseln.
Da tummeln sich eine TV-Köchin, eine Ratgeberin, eine Managerin, ein Poser, der Streitsüchtige, eine Nymphe und wer hier nicht aufgezählt wird, hat gar kein auffälliges Merkmal vorzuweisen. Austauschbar sind die Gesichter ohnehin, ein wirklicher Sympathieträger findet sich bis zum Schluss nicht und keiner der Darsteller kommt über unteres Mittelmaß hinaus.
Doch zu Beginn ist man immerhin noch konzentrierter bei der Sache, weil man neugierig ist, welche Richtung die Spielchen des Psychopathen einschlagen werden.
Erst die Dekoration wie auf einer Geburtstagsfeier mit Kärtchen und zugewiesenen Eigenschaften der Teilnehmer, dazu Luftballons und Kuchen, dann kleines Rätselraten zur nächsten Station über Schweinekopf und Zettelchen, bis das erste Opfer unter Eindringen spitzer Haken verendet und die restliche Truppe erst beim Fund desselben nicht mehr an ein erlesenes Party-Spiel glaubt und Flucht angesagt ist.
Natürlich unterliegt man hierbei sämtlichen Dummheiten, die Gruppe trennt sich und wird angreifbarer, es kommen Streit und gegenseitige Verdächtigungen hinzu und bei alledem erscheint es in einer Tour komplett hanebüchen, wie der Übeltäter die Elektronik in einem Hochhaus haarklein manipulieren kann. Sämtliche Handys werden blockiert, der Fahrstuhl ferngesteuert, überall hängen Monitore und Raum für tödliche Fallen bleibt auch noch, - das alles in einem Wohnkomplex, der vor kurzem ganz offenbar noch mit arbeitenden Menschen gefüllt war.
Der Killer mit der metallisch dunkel schimmernden Maske schlägt zumindest halbwegs blutig zu, da werden Lippen zusammen genäht, eine Axt landet im Schädel und ein Stich im Hals wird in Nahaufnahme angesetzt.
Allzu viel Fantasie lässt die Art der Hinrichtungen allerdings nicht erkennen, denn ein längerer Leidensweg ist ebenso wenig auszumachen, wie wirklich fiese Konstruktionen, die man eventuell von den „Saw“ Teilen gewohnt ist.
Schon allein deshalb verringert sich das Mitfiebern, Konfrontationen bleiben überwiegend aus und wenn sich mal ein Opfer vor dem Schlächter versteckt, gehen diese Momente viel zu schnell vorbei.
Dazu gesellt sich ein völlig unspektakuläres Finale ohne Überraschungen und dem eigentlich obligaten Cliffhanger.
`Austauschbar´ und `belanglos´ steht also über allem, bezeichnend hierfür die karge Kulisse, die aus Fahrstuhlschacht, dunklen Korridoren und langweiligen Innenausstattungen besteht und von einer leidlich routinierten Sounduntermalung umgeben ist.
Darin ebenso wenig markante Gesichter, die kaum Sympathien entwickeln können und ein Killer, der wie ein seelenloses Abziehbild ohne Körpereinsatz umherwandelt.
Wem das Sujet von eingesperrten Leuten in der Macht eines Wahnsinnigen grundlegend gefällt, sollte einen recht vorsichtigen Blick riskieren, allen anderen sei von diesem Plagiat eines Plagiates des Plagiates abgeraten.
Sehr wohlwollend und knapp
4 von 10