Inhalt:
Das Kloster der Shaolin zur Zeit der manchurischen Qing-Dynastie. Der Mönch Zhi Shan (David Chiang) lebt seit seinem 6. Lebensjahr und nunmehr seit 20 Jahren im Shaolin-Kloster.
Er wird vom Abt (Shum Lo) beauftragt, Feuerwaffen für das Kloster im Wen Shu-Tempel des KungFu-Meisters Wu Chen (Yang Chih Ching) zu beschaffen, da ansonsten die Verteidigung des Klosters gegen die Manchus nicht mehr zu bewerkstelligen sei.
Im Wen Shu-Tempel angekommen, eröffnet ihm Wu Chen, dass es 3 Monate Zeit braucht, die Waffen zusammenzustellen.
In dieser Zeit trainiert Zhi Shan eisern im Tempel, und verbessert zusehends sein ohnehin schon meisterhaftes KungFu, welches er um die Techniken Wu Chen´s ergänzt.
Ein Gast des Tempels, der taoistische Priester Bei Mei (Lo Lieh), sieht diese Angelegenheit mit Argwohn. Insgeheim mit den Manchus kollaborierend, übt er an Wu Chen offen Kritik. Für ihn sind die Shaolin nichts anderes als Aufrührer.
Als Zhi Shan mit den Waffen nach 3 Monaten das Kloster der Shaolin erreicht, steht dieses lichterloh in Flammen....!
Die manchurischen Schergen (u.a. Chiang Nan, Chan Shen und Chiang Tao) haben das Kloster angegriffen, und zerstöten dieses nahezu komplett.
Es gelingt Zhi Shan, den Abt schwer verletzt aus dem Flammenmeer zu retten, und dieser bittet Zhi, im Süden des Landes, in Guan Dong, ein neues Kloster, "South Shaolin", zu begründen.
Zhi Shan gelingt die Flucht nach Guan Dong!
Währenddessen wurde Wu Chen von Bei Mei brutal getötet, und Bei Mei wird von den Manchus zum taoistischen Oberhaupt des Landes ausgerufen, dem es obliegt, die Shaolin endgültig zu vernichten.
Nur Wu´s Schülerin Wu Mei (Lily Li) gelingt es, Bei Mei zu entkommen. Sie will Zhi Shan in Guan Dong erreichen...
In Guan Dong selbst findet Zhi Shan mingtreue Verbündete, die ihn auch wirtschaftlich unterstützen. Sogar ein Berghang als neue Örtlichkeit des zu begründenden "South Shaolin" wird Zhi Shan von einem seiner Anhänger zur Verfügung gestellt, und Jin Lun (Norman Chu) und sein Onkel bieten ihm in der Stadt Unterschlupf!
Auch was die Rekrutierung neuer Schüler angeht, ist Zhi auf bestem Wege. Männer wie Ah Zhing (Jamie Luk) und der talentierteste von ihnen, Hong Xi Guan (Tang Yen Tsan), befinden sich alsbald auf Zhi´s Seite.
Auch Wu Mei schafft es, mit Zhi Kontakt aufzunehmen.
Doch Bei Mei und seine manchurischen Schergen sind längst in Guan Dong angekommen, sind Zhi Shan und seinen Leuten auf der Spur, und töten den Onkel Jin Lun´s.
Als sich die Schlinge um Zhi Shan und seinen Getreuen immer weiter zuzieht, kommt es nach etlichen Scharmützeln zum blutigen Show-Down der rivalisierenden Gruppen und zwischen Zhi Shan und Bei Mei zum Duell auf Leben und Tod.........
Fazit:
Sehr gut! Der Streifen "Shaolin abbot" des Shaw-Kultregisseurs Ho Meng Hwa ist ein typischer Eastern im Shaolin-Look, und dieser Streifen ist unterhaltsam aufgezogen.
Ho Meng Hwa gelingt es, einen klaren, stringenten Handlungsbogen herauszuarbeiten, und den Film immer wieder mit äußerst solide arrangierten Fights zu spicken. Alles ist zudem im shaw-typischen Ambiente perfekt aufgehoben, und auch die Darsteller überzeugen größtenteils, allen voran David Chiang und der wieder einen villain erster Güte gebende Lo Lieh.
Der Streifen ist eher seichte Unterhaltung, die Fights sind, wie gesagt, solide und bieten nicht viel neues aus der Eastern-Schmiede Shaw´s, die Handlung ist zudem einfach und vorhersehbar.
Ho Meng Hwa wollte offensichtlich einen reinen Unterhaltungsfilm kreieren, und den Zuschauer geistig nicht überlasten, wie es ja oftmals seine Art war, siehe "Der Koloss von Konga".
Dieses Werk sieht sich in der Tradition jener Filme, die sich mit der Zerstörung des Tempels der Shaolin und dem Aufbau einer neuen Keimzelle des Widerstandes gegen die Manchus, beschäftigen.
Ein häufig strapaziertes Thema in Eastern-Filmen, und gerade das Studio der Shaw Brothers brachte hier wohl die denkwürdigsten Streifen dieses Sub-Genres heraus. Herausragend hierbei der Shaolin-Zyklus Chang Cheh´s, der Studio-Klassiker wie "Shaolin temple", "Men from the monastery", "Heroes two" oder "Five shaolin masters" beinhaltete.
Ho´s Film knüpft daran auf seine Weise an.
David Chiang spielt hier die Hauptrolle, und ich weiss nicht, wie es anderen Betrachtern erging. Aber mir drängte sich, als ich David hier so kämpfen und agieren sah, sofort ein Vergleich auf. Nämlich ein Vergleich mit Lau Kar Fei, der den allein für sich stehenden rebellischen Mönch mit polierter Glatze und safrangelber Kutte so typisch und geradezu legendär, darzustellen vermochte.
Lau Kar Fei bleibt in diesen Rollen unerreicht. Daran kann auch David Chiang, zweifelsohne einer der größten Stars der Shaw Brothers, hier nicht rütteln.
Das Problem ist vielleicht auch, dass David hier für manchen Betrachter etwas lustlos wirkt, da er den Character Zhi Shan´s mit Ruhe und Abgeklärtheit darstellt.
Aber gerade das macht ja auch einen buddhistischen Mönch aus, was spirituelle Gründe hat. David agiert hier also genau richtig, was für westliche Betrachter vielleicht nicht immer so erkennbar ist.
So spielt denn David Chiang diese Rolle äußerst solide, und zeigt ein technisch sehr starkes, klassisches KungFu. Diese für David ungewöhnliche Rolle, mit Glatze und Kutte, ist von ihm ein mutiger Schritt, seine Darsteller-Kariere schauspielerisch zu bereichern, und schon alleine dafür zolle ich ihm Respekt.
Der Darsteller, der hier ebenso zu überzeugen weiß, ist natürlich einer der schauspielerisch (neben Ku Feng) besten Akteure Shaw´s, Lo Lieh!
Schon im Shaw-Knaller "Executioners from shaolin" mit Shaw-MegaStar Chen Kuan Tai, agierte Lo Lieh in der Rolle des teuflischen Bei Mei. Und diese Rolle scheint ihm auf den Leib geschrieben zu sein. Mit weißen Haaren und diesen schon ziemlich ausgefallenen Augenbrauen, spielt Lo Lieh den eher stillen, um so abgrundtieferen und bärbeißigen Bösewicht..., der eiskalt und grausam ist.
Und nicht nur im Endkampf mit David Chiang zeigt uns Lo Lieh auch seine excelente, ausgefeilte Kampftechnik.
Die anderen villains, sie bleiben hinter Lo Lieh etwas blass, was nicht verwunderlich ist. Chiang Nan und Chan Shen spielen ihre Parts wie gewohnt, mehr aber auch nicht.
Da setzte sich Chiang Tao schon eher ab. Er spielt einen tibetischen Lama, und dieser kollaboriert mit den Manchu. Chiang Tao bleibt in seiner Rolle ziemlich wortkarg, besitzt aber schon alleine durch seine besondere Aufmachung eine gewisse Ausstrahlung, außerdem fightet er kernig mit.
Auf Seiten der Guten bleibt die weibliche Rolle von Lily Li leider ziemlich unscheinbar. Lily hat nicht viele Szenen, sieht aber wieder blendend aus, und kann sich auch kampftechnisch einbringen.
Norman Chu und Jamie Luk stehen an der Seite Davids und machen ihre Sache gekonnt gut, doch ist hier Chang Cheh-Spezi Tang Yen Tsan der doch rausragende Symphatie-Träger.
Er kommt im letzten Drittel dieses Eastern zum Einsatz, doch ist seine Auftritt erfrischend, was auch an einer besonderen Fight-Szene auszumachen ist:
Tang Yen Tsan und David Chiang zeigen den Eastern-Fans hier eine Trainings-Sequenz, die das ganze Geschick der beiden herausstellt. Beide kämpfen auf Holzpfählen gegeneinander..., nun, das ist für uns Eastern-Fans ja längst nichts neues, so etwas vollführte ja schon Alexander Fu Sheng gegen Lung Fei in "Shaolin avengers". Doch würzt Ho Meng Hwa diese Szene mit einer illustren Beigabe. Er ergänzt die Pfähle noch um ein paar darauf aufgestapelte, weiße Tonkrüge, und so wird die ganze Angelegenheit schon schwieriger, weil wackeliger, da die Tonkrüge ja nun einen nicht mehr so robusten Widerstand unter den Füßen bilden. Das ist schon eine besondere Szene.
Höhepunkt, aber auch eine Schwäche des Streifens ist der Show-Down zwischen Lo Lieh und David Chiang. Natürlich ist es ein Genuss, diesen beiden Fightern zuzuschauen, doch empfand ich diesen Kampf als leider zu kurz. Da hätt ich gerne länger zugeschaut...., etwas mehr Laufzeit hätte dem ganzen gut getan, und den Streifen abgerundet.
Es ist nur meine persönliche These, aber ich hatte den Eindruck bei diesem Gefecht zwischen David und Lo, als wenn Regisseur Ho Meng Hwa diese Szenen auch für eine Reminiszenz an einen der wohl populärsten Streifen, den die Shaw-Studios je produzierten, nutzt: "Die 36 Kammern der Shaolin", einst von Regie-Legende Lau Kar Leung mit Lau Kar Fei in der Hauptrolle inszeniert.
Dieser Fight, und da bin ich mir ziemlich sicher, findet exakt an der selben Stelle, am selben Drehort, wie jenes Duell in "Die 36 Kammern...", statt. Das erkennt man wieder...., klarer Fall!
Und auch bei jenem Duell agierte ja Lo Lieh mit. So ist er denn auch hier in "Shaolin abbot" Protagonist im End-Fight, und die Wahl der Örtlichkeit hat wohl auch mit "Die 36 Kammern...." zu tun, da bin ich mir wie gesagt, ziemlich sicher.
Doch Ho Meng Hwa weicht hier in einem ab: Waffen -wie Lau Kar Fei´s 3-teiliges Nunchaku- spielen im Endkampf von "Shaolin abbot" keine Rolle..., hier wird klassisches KungFu geboten.
Lange Rede....
"Shaolin abbot" ist ein unterhaltender, solider Genre-Beitrag..., und erhält von mir sehr knappe, aber verdiente 8/10 Punkte!