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Während einer Abschiedsparty beginnt eine riesige Bestie unbekannter Herkunft in Manhattan Amok zu laufen. Die Teenager verlassen das Hochhaus und begeben sich mitten im verwüsteten Manhattan, das jederzeit durch das Militär oder das Monster zerstört werden könnte auf die Suche nach einer Bekannten, mit einer Kamera im Schlepptau, mit der sie ihre Aktionen die ganze Zeit über aufzeichnen.

J.J. Abrams ist sicherlich nicht der beste Regisseur, so hat er neben seinen Serien "Lost" und "Alias" mit "Mission Impossible 3" eine eher mittelprächtige Arbeit auf die Leinwand gebracht, die mit ihren Vorgängern nicht mithalten konnte. Darüber hinaus hat er auch als Autor unter Anderem mit dem Drehbuch zu "Armageddon" alles andere als Perlen der Weisheit geliefert, aber eines ist ihm dann doch hervorragend gelungen: Der Hype um "Cloverfield", den kaum ein anderer Film zuvor erreichen konnte und dieser war im Nachhinein gesehen durchaus gerechtfertigt.

Im Mittelpunkt des Films steht dabei die Idee mit der Handkamera und diese entpuppt sich als genial. Auch wenn die Action-Szenen, die sich durchaus sehen lassen können und die apokalyptische und beängstigende Kulisse des zerstörten Manhattans so sehr verwackelt und teilweise etwas unbeholfen auf die Leinwand gebracht werden, ist "Cloverfield" so wesentlich spannender, als er ohne den Handkameraeinsatz geworden wäre. Man bekommt ein Gefühl der Authentizität vermittelt, spürt die Gefahr und die Ungewissheit der Charaktere wesentlich näher und hat tatsächlich temporär das Gefühl, mittendrin zu stecken.

Damit ist eine gespannte Atmosphäre garantiert und so gelingt ein unglaublich hoher Spannungsbogen. Nach der kurzen Exposition, in der nur kurz geklärt wird, wer wen kennt, wer mit wem befreundet ist und wer mit wem schläft, beginnt Regisseur Matt Reeves mit seiner fulminanten und schnellen Inszenierung und so ist der Film über eine Stunde lang unglaublich spannend, ohne auch nur für Sekunden in Leerlauf zu kommen und da stört auch die flache Story nicht mehr, zumal es die Authentizität erhöht, wenn man als Zuschauer genauso wenig über die Hintergründe der Bestie erfährt, wie die Hauptfiguren.

Die Effekte entsprechen nicht unbedingt dem obersten Niveau Hollywoods, sind aber dennoch sehr ansehnlich und zusammen mit der apokalyptischen Kulisse ergibt sich ein hoher Schauwert, zumal die Perspektive und die Kulisse fast im Minutentakt wechseln. Da der Film komplett mit der Handkamera gefilmt ist, wird natürlich auch auf Filmmusik verzichtet, einen Score hätte der schnelllebige Film aber auch nicht nötig gehabt. So bleibt auch den soliden bis guten Darstellern kaum Raum im Film um zu glänzen.

Fazit:
Die Idee, "Cloverfield", der eigentlich eine durchschnittliche Story hat und lediglich einen ordentlichen Cast bietet, komplett mit Handkamera zu drehen, um die Authentizität zu erhöhen entpuppt sich als hervorragende Idee. So können Matt Reeves und J.J. Abrams über die volle Laufzeit perfekt unterhalten und bieten ohne jeglichen Leerlauf den Adrenalin-Kick des Jahres, der seinem gewaltigen Hype gerecht wird.

91%

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