Review

Rachel Bilson sieht ja noch recht knuffig aus, rettet aber nicht viel.
Oh, sollte später kommen, aber egal, man ordnet sich der Form des Drehbuchs zum comicartigen Blockbuster schnell unter, und bei dem ist eh alles gehupft wie gesprungen.
Oder anders: Es sieht nett aus, ergibt aber selten Sinn.

Vielleicht ist es auch der Beginn einer nie zustande kommenden Trilogie über einen Knilch (Hayden Christensen), der sich in Millisekunden von einem Ort zum anderen teleportieren kann und von einem gnadenlosen Weißlöckchen (Samuel L. Jackson) und seinen Schergen gejagt wird. Schön, ein paar anmutige Sehenswürdigkeiten, wie Big Ben, die Pyramiden von Gizeh oder das Kolosseum in Rom mitzunehmen, denn nach einer Weile ermüden selbst die ordentlich inszenierten Effekte.

Die Geschichte an sich gibt ohnehin nicht viel her, klammert sämtliche Infos über die jagenden `Paladin´ ebenso aus, wie die tiefer gehende Auseinandersetzung der `Jumper´ mit ihren Fähigkeiten, sich von A nach B teleportieren zu können, wenn denn ein Bild davon besteht. Dazu eine unglaubwürdige Liebesgeschichte, eindimensionale Figuren und annähernd null Humor. Was bleibt, ist ein immerhin konstant hohes Erzähltempo und jede Menge Schauplatzwechsel.

Genauso sprunghaft wie Hauptfigur David die, wodurch auch immer, erworbenen Fähigkeiten mit Sightseeing in Tokio, London und New York, mit Bankraub, Surfen oder Flirten einsetzt, ergeht es dem Script, welches ohne roten Faden kaum Suspense schüren kann, weil es hüben wie drüben Erklärungsmangel gibt.
Plötzlich taucht Sam Jackson mit irgendwelchen Kästen auf, schwingt stromgeladene Drahtseile und verschwindet für eine Zeit wieder aus dem Geschehen, um an anderer Stelle genau dasselbe noch mal zu tun.
Er will alle Jumper vernichten, weil die irgendwann ihre Fähigkeiten zum Übel der Menschheit einsetzen werden, - bei Bubigesicht David wünscht man sich dies bereits nach kurzer Zeit, es würde die Konfrontationen wesentlich druckvoller gestalten, als zwei Typen nebst Randfiguren beizuwohnen, die einem völlig egal sind.

Selbst Jamie Bell als zweiter Jumper zwischen Flucht und Gegenwehr und Diane Lane als Davids verschwundene Mutter (ja, man ahnt die Zusammenhänge recht früh) können dem eindimensionalen Treiben kaum Abwechslung verschaffen. Sicher auch, weil die Love Story zwischen Christensen und Bilson furchtbar hineingedrängt wirkt, ohne auch nur eine Spur von Gefühl zu vermitteln, dafür aber doch reichlich lange im Vordergrund steht.
Und die verläuft absolut vorhersehbar und altbacken, - nach dem Schema einer deutschen Verwechselungskomödie aus den 50ern.

Wenigstens wirken die Effekte etwas zeitgenössischer, wenn auch währenddessen die Figuren zu reinen Abziehbildern verkommen.
Ein sich überschlagender Bus, kurze Kriegsszenen in Tschetschenien, dazu eine Prügelei in einer Bar mit Endstation Tresorraum, eine rasante Autofahrt durch asiatische Großstadtgefilde und Jagd nach einem Zünder über zig Schauplätze in aller Welt.
Auf visueller Ebene ohne Makel, wird inhaltlich einfach mal alles an verfügbaren Schauwerten beliebig eingesetzt.

Dabei heraus kommt ein Wirrwarr ohne Nährwert. Denn hier werden weder Handeln noch Hintergrund reflektiert, Suspense noch Atmosphäre erzeugt und bei alledem bewegt sich der Jumper wie ein öliger Matjes zwischen zwei Brötchenhälften, zumindest, was die Mimik betrifft.
Das ist zum Abschalten nach einem anstrengenden Arbeitstag ganz fluffig, ein Kracher zum Mitfiebern sieht jedoch völlig anders aus. Denn da benötigt es mehr als nur eine Exposition, die Gejagten und Jäger zeigt und leider nichts darüber hinaus.
4 von 10

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