Jumper
David (Hayden Christensen) ist ein „Jumper“ und das schon seid Kindertagen. Die Gabe sich von einem zum anderen Ort zu Teleportieren und das binnen einer zehntel Sekunde ist aber auch eine feine Sache. Er verlässt sein marodes Elterhaus und genießt die Vorzüge unerkannt Banktresore zu leeren in vollen Zügen. Die Zeit vergeht und er wird ein junger Mann mit geilem Penthouse - reiselustig und frei von Sorgen. Bis der Paladin Roland (Samuel L. Jackson) auftaucht. Dieser jagt und tötet Jumper und er ist nicht allein. Doch auch David ist nicht der Einzige seiner Art. Es kommt zum Kampf auf Leben und Tod, von welchem auch David’s Verwandte und Bekannte nicht verschont bleiben werden.
Durchgestylter Sci-Fi-Actionquatsch, dessen ganz große, um nicht zu sagen einzige, Stärke die optische Präsentation ist. Regisseur Doug Liman beweist erneut sein feines Händchen für Action und dass inszenieren derselben. Allerdings kristallisieren sich gerade bei JUMPER die Schwächen eines Actionfilmes heraus. Waren die überdurchschnittlichen Produktionen „Bourne Identität“ und Mr. & Mrs. Smith, auch von Liman gedreht, mit einem guten Drehbuch gesegnet, was im Prinzip den stützenden Pfeiler für einen Actionfilm darstellt, will er nicht als reines B-Movie abgehandelt werden, so kann „Jumper“ inhaltlich Nichts bieten. Der Plot dient eigentlich nur als Auslöser für eine Actionsequenz-Kettenreaktion. Das funktioniert auch zu Beginn hervorragend, da die Art des Schnittes und das begleitende Bombardement an visuellen Reiz, den Zuschauer voll hineinreißt, in die Welt eines Jumpers.
Doch später muss man feststellen dass gerade darin wohl die Daseinsberechtigung besteht und Ermüdung macht sich breit. Zwar bietet die Produktion geile Action mit Hang zum Übertriebenen, und das passt auch, doch ist der Anfangs erreichte Kick schnell verflogen und reduziert damit gleichzeitig die Thematik auf kurzweilige Unterhaltung. Für Actionfans wird dies vollkommen Okay sein und die Zielgruppe nimmt das freudig in Kauf, wenn da so ein Jungspund dermaßen auf die Kacke hauen kann und dabei auch noch ne geile Schnitte absahnt. Die Locationvielfalt (z.B. New York, Toronto, Paris, London, Rom, Kairo) ist oberflächlich betrachtet auch nur ein Mittel um den Film kommerziell noch breitflächiger etablieren zu können. Schlimmer als in Bondfilmen wurde hier auf Teufel komm raus Kommerz produziert.
Was zumindest mir eher negativ auffiel ist die Tatsache dass die Paladine so kompromisslos Hart zu Werke gehen und die Jumper um jeden Preis töten wollen. Zum einen weil man nur theoretisch davon erfährt wie sich die Jumper mit der Zeit ihre Gabe mehr als unnötig egoistisch und böse zu nutze machen und zweitens weil diese ernüchternden Hinrichtungen nicht so richtig mit dem Rest des Filmes harmonieren wollen. Samuel L. Jackson als deren Anführer Roland ist auch ein harter Kerl, manisch geht er seinem Job nach, ohne Rücksicht auf Verluste und wie eine Maschine agiert er und ist dabei sehr erfolgreich. Die Paladine erinnern dabei mehr als einmal an die Agents“ aus den Matrixfilmen. Herr Jackson ist dabei wieder sehr überzeugend und vermittelt Coolness und fröstelnde Kälte zugleich. Er und Jamie Bell als Jumperkollege von David sind dann auch die einzigen Charaktertragenden Darsteller im Stab. Beispielsweise Michael Rooker, Diane Lane und eben Hayden Christensen bleiben nur blasse Ebenbilder ihrer Figuren, was an der oberflächlichen Zeichnung ihrer jeweiligen Figur liegen dürfte.
Fazit: Popcornkino in seiner brachialsten Art. Groß, erschlagend und in dieser Variante schnell wieder vergessen.
5 von 10