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Nachdem er herausgefunden hat, dass er sich an jeden beliebigen Ort teleportieren kann, führt der junge David Rice, gespielt von Hayden Christensen, ein Leben jenseits aller Grenzen. Schnell muss er jedoch feststellen, dass er nicht der einzige Jumper ist und, dass diese schon seit Jahrtausenden von Jägern verfolgt werden, von denen er nun einen, gespielt von Samuel L. Jackson, im Nacken hat.

Nichts ist momentan so beliebt, wie das Superhelden-Kino. Ob "Iron Man", "The Dark Knight" oder "Spider-Man 3", alle spielen sie Unsummen ein und nun wollte 20th Century Fox wohl erneut ein Stückchen vom Kuchen haben und schickte mit "Jumper" einen neuen Superhelden in den Ring, der sich jedoch nicht so gut schlägt, wie die oben erwähnten und mit seinen guten Action-Szenen gerade einmal das Mittelmaß erreicht.

Der größte Makel des Films ist dabei mehr als offensichtlich: Die Story. Gerade hier ist man ja mittlerweile viel Kummer gewohnt, aber "Jumper" schlägt sie mit seiner unglaublich primitiven Story alle. Die Charakterkonstruktion könnte kaum flacher sein und hintergründig ist der Film wirklich zu keinem Zeitpunkt, warum die Jumper gejagt werden, wird nur angedeutet, woher die Fähigkeiten kommen, bliebt ebenfalls unklar, genauso, wie die Frage, warum es funktioniert und auch der eine oder andere Logikbruch bleibt nicht aus. Die eigentliche Handlung ist zudem vollkommen stereotyp und vorhersehbar und nach der ordentlichen Exposition kommt überhaupt nichts Überraschendes mehr. Wendungsarm und vollkommen ideenlos driftet der Film so dem Ende entgegen, was eigentlich sehr ärgerlich ist, da man am Anfang kurz sieht, dass definitiv mehr drin gewesen wäre.

Regie führte mit Doug Liman ein solider Regisseur, der mit "Die Bourne Identität" und "Mr. & Mrs. Smith" bereits Erfahrung im Genre sammeln konnte und das tut er auch hier und rettet damit, was zu retten ist. Die Effekte und Action-Szenen sind ansehnlich, auch wenn sie nicht mit den vordersten Vertretern des Genres wie "Iron Man" oder "Transformers" mithalten können, dafür sind sie aber gekonnt in Szene gesetzt und nicht so stark verwackelt und unübersichtlich geschnitten, wie es momentan ein neuer Trend zu werden scheint, allerdings kommt zum Ende hin eine gewisse Monotonie auf. Während die Musik eher unauffällig bleibt und zu keinem Zeitpunkt eine gespannte Atmosphäre aufbauen kann, sind es vor allem die abwechslungsreichen Kulissen, die perfekt in Szene gesetzt werden, die einen hohen Schauwert und einen soliden Unterhaltungswert garantieren. Von New York, über Mexiko, bis hin zu Rom, Prag, Paris, Tokio und Ägypten gibt es einiges an Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Das Erzähltempo ist schnell, der ist Film damit kurzweilig, ist vermutlich aber auch besser so, da die dünne Story den Film sonst noch stärker ausgebremst hätte. Alles in allem also eine ordentliche Inszenierung, die rettet, was zu retten ist.

Hayden Christensen, bei dem man über die drei "Star Wars"-Episoden zum Ende hin einen immer deutlicheren Fortschritt verzeichnen konnte, spielt hier durchaus ordentlich, zumal er in dem kurzweiligen Actionfilm, der hauptsächlich von seinem Schauwert lebt zur Randerscheinung abgewertet wird, allerdings fehlt ihm auch in dieser Rolle jegliches Charisma. Samuel L. Jackson ist gewohnt gut, steckt aber in einer potentiallosen Nebenrolle, die er in meinen Augen niemals hätte übernehmen dürfen und dasselbe gilt auch für Diane Lane, deren Part noch begrenzter ist. Rachel Bilson und Jamie Bell, die größere Parts haben, spielen solide aber unauffällig.

Fazit:
Ja, die Story ist wirklich das allerletzte und auch der Cast ist nicht mehr und nicht weniger als solide, aber so schlecht wie "Jumper" hier gemacht wird ist er eigentlich nicht, da er mit seinem hohen Schauwert mit traumhaften Kulissen und guten Action-Szenen und mit seinem schnellen Erzähltempo durchaus unterhalten kann, mehr aber auch nicht.

55%

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