Teleportierende Superhelden
Tja, wenn man ein Hayden Christensen Fan ist, muss man den wohl gucken. Davon soll's ja eine Menge Leute geben - I'm just not one of them. Aber ein Superhelden-Fan bin ich. Und hier gibt's mal wieder eine neue Variante die - man höre und staune - *nicht* aus einem Comic stammt.
Tie-in
Die Truppe aus Regisseur, Drehbuchautor und Produzent haben sich die Details des Jumpens selbst überlegt und drum-rum eine actionlastige Story gebastelt. Ein Comic dazu erschien erst hinter, also ein sogenanntes "tie-in". Selbst der Autor der Buchvorlage hat nach dem Film eine "tie-in background" Geschichte für einen der Charaktere geschrieben, nämlich "Jumper: Griffin's Story", woraus auch ein gleichnamiges Videospiel entstand.
Im Buch geht es eigentlich vorwiegend um Missbrauch am Hauptcharakter durch seinen Vater (was das "Jumpen" glaube ich psychologisch ganz gut erklären würde) und auch der NSA-Agent bekommt Gewissensbisse, weil er Geiseln nimmt, um den Jumper zu fangen. Das wird im Film aber schlicht weggelassen.
Trilogie?
Der Regisseur Doug Liman (Die Bourne Identität, Mr. & Mrs. Smith) steht für reinrassige Action, und nichts anderes sollte man hier erwarten. Produzent Simon Kinberg (Sherlock Holmes, X-Men: First Class) und Studio haben sich auf eine Fortsetzung verständigt, vielleicht sogar eine Trilogie.
Das ist neu, das ist neu...
Und, ja, es ist neu und interessant gemacht: der Jumper kann überall hin teleportieren, in eine Bank und heraus, an hübsche Orte, zu angesagten Plätzen. Und er nutzt diese Fähigkeit weidlich, um sich ein schönes Leben einzurichten. Dann gerät seine große Liebe in Probleme und er muss ihr helfen und das erste Mal in seinem Leben selbstlos handeln. Was würdest du tun, wenn du Superkräfte hättest? Eine interessante Fragestellung, die im Film leider nur angedeutet wird. Stattdessen folgt viel Action, etwas Romantik, verhaltene Freundschaft, ganz viel Verfolgung und coole Stunts. Mit einem pfiffigen Samuel L. Jackson in einer ungewohnten Rolle.
Cinematisch
Viele hübsche Drehorte, wenn auch etwas hastig zusammen geschnitten. Einzigartige Szenen aus dem Kolosseum in Rom, wo seit 40 Jahren niemand drehen durfte. Das Jumpen wird visuell anspruchsvoll umgesetzt, der Soundtrack ist eher zurückhaltend. Ich hatte hier die Blu-Ray, auf der es kaum auffällige Details zu bestaunen gab, außer vielleicht die vielen Fotos in seinem Domizil. Einziges Extra war hier der unterhaltsame Kommentar des verantwortlichen Teams, der für Cineasten massenhaft Erklärungen und Hintergründe zur Entstehung bietet.
Fazit: Ein Film für das jüngere Publikum, Hayden Christensen Fans, sowie Sci-fi Fans jeden Alters.