Ich weiß noch, als ich vor ein paar Monaten im Kino die Vorschau zum
neuesten Werk von den übrig gebliebenen Hirnis der Scary-Movie-Crew zu
Gesicht bekam, hielt ich es für einen schlechten Scherz. Aber die
Parodie, die sich lose an 300 orientiert, dabei aber auch noch viele
Marvel-Helden, Fernsehsendungen und Werbungen durch den Kakau zieht,
wurde wirklich gedreht. Da die Studiobosse von 20th Century Fox aber
wohl selber bei dem Drehbuch die Krise bekommen haben, gab's
dementsprechend wenig Budget. Das wird vor allem im Abspann deutlich
wird, wenn man sieht wie viele Darsteller doppelt und dreifach besetzt
worden sind. Dementsprechend sollte man auch keinerlei Kampfszenen
(wurden gegen Brakedance- und Rap-Battle getauscht -_-) oder
nennenswerte Effekte erwarten.
Aber kommen wir zum wichtigsten Punkt eines solchen Films. Ist er
lustig? Nun, ein paar Mal lag ich am Boden, ansonsten hier und dort mal
gegrinst, die meiste Zeit mich aber über den Mut der Darsteller
gewundert bei so einem Scheiß mitzumachen. Wer dachte, schlechter als
Fantastic Movie geht's nicht, liegt falsch. Aber Meet the Spartans
liegt technisch und inszenatorisch gesehen so was von abgrundtief
SCHLECHT, dass es tatsächlich lustig ist. Es hat sich sogar der eine
oder andere gute Gag in dieses Machwerk verirrt. Lustig wird's immer
dann, wenn einzelne Elemente direkt aus 300 verarscht werden,
beispielsweise die Trainigsszene zwischen Leonidas und seinem Sohn, die
Rotzerei bei "This is Sparta!" oder die aufgemalten Bauchmuskeln der
Spartaner. Auch die Energydrink-Werbung oder der "Gastauftritt" von
Angelina und Brad zur Kindadoption sind witzig. Weniger amüsant sind
dagegen die zahllosen Kotz-, Furz- und Fäkalien-Einlagen, wie sie ja
leider in jedem Film dieser Gattung zu finden sind. Auch die ganzen
Auftritte diverser Fernsehjurys und Shows sind eher unpassend denn
lustig. Und wenn die 10. Person in die Todesgrube getreten worden ist,
nutzt sich der Witz ebenfalls langsam ab.
Habe ich mich in der ersten Hälfte dieses 60 min-Machwerks noch recht
gut unterhalten gefühlt, gehen Friedberg und Seltzer gegen Ende doch
die Ideen aus. Wenn einem dann ein GTA-Interface vorgesetzt wird,
Leonidas mal kurz in einen Chevi hüpft um "Barbie Girl" zu hören und
hinterher alle Perser im billigen Zeitraffer mit zwei Uzis ummäht,
fragt sich nur noch was das eigentlich soll. Da ist man geradezu froh,
wenn die Spartaner endlich von einem unfassbar amateurhaft getricksten
Pseudo-Transformer platt gewalzt werden. Die ersten 5 Minuten im
Abspann tanzen dann noch alle Darsteller in der American-Idol-Halle zu
"I will Survive", dann kommen noch knapp 10 Minuten Deleted Scenes, wo
hauptsächlich noch mehr Leutchen in die Todesgrube getreten werden
(darunter George Bush und Tom Cruise).
Mit einem abgeschalteten Gehirn, ordentlich Bier und ein paar Kumpels
wird man sich vor lachen kaum noch einkriegen, ansonsten sollte man
"Meet the Spartans" ruhig im DVD-Regal stehen lassen (wer für sowas ins
Kino geht, dem ist eh nicht mehr zu helfen.).
4.5/10