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Ching! Ching! Ching!

Ein ohnehin schon berühmter und gefürchteter Schwertkämpfer kommt in den Besitz eines legendären schwarzen Schwertes, sodass das ganze Land zittert, er etliche Duelle und Tote fordert - und nur das dem Mythos nach noch stärkere goldene (!) Schwert ihn besiegen kann…

Tengo tanzt sein' letzten Tango

Als echten Schwertkampfklassiker würde ich „Ching - Das Geheimnis des schwarzen Schwertes“ jetzt nicht bezeichnen, dafür hat er dann doch zu viele Längen und Schwächen, oberflächliche Figuren und sich ziehende Kämpfe, fehlendes Budget (etwa wie bei den Shaw-Bros.) und eine lange Zeit zu wirre, zerfaserte und zersplitterte Handlung, einige tonale Totalschwankungen. Dennoch kann dieser taiwanesische und sicher nicht allzu teure Fanfavorit mit Leidenschaft und Kreativität punkten. Die Fights sind dynamisch genug, ausdauernd und erstaunlich blutig zum Teil. Die Farben strahlen, einige Schauplätze und Aufnahmen sind überraschend edel. Der Score dröhnt heroisch, die deutsche Synchro punktet mit A-Liga-Stimmen, der Bösewicht mit dem schwarzen Schwert dominiert fast das komplette Geschehen, verlangt allen Helden alles ab. Die Klingen klirren, die Grillen zirpen, die Schädel werden gespalten wie riesige Baumstämme. Im Finale werden unweigerlich alle Kräfte gebündelt. Es gibt auch immer mal Trashiges, wie Handlanger in knallroten Teufelskostümen, alkoholspuckende Spezialtechniker oder einen herzensgebrochenen Kämpfer ohne Beine, der sich einfach zwei neue dranklebt. Ja, es wird dermaßen bescheuert. Nur um dann im nächsten richtig hellen Moment mit einer waschechten Heldin (!) um die Ecke zu kommen, die ihrer Zeit massiv voraus war. All in all ein schwarzes wie zweischneidiges Schwert. 

Das Schwert macht doch den Mann? 

Fazit: teils hübscher, meist blutiger, insgesamt sehr sprunghafter und oberflächlicher Wuxia-Wahnsinn aus Taiwan - exotischer, härter und eleganter als man meint! 

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