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Belanglos dahinplätscherndes deutsches Fernsehspiel Twen Erotikdrama-Liebesfilm Beziehungsproblematik Etwas um eine junge Fotografin und einen sie erst zärtlich, dann brachial vögelnden Zivildiener ohne jeglichen künstlerischen oder dramatischen Eigenwert. Einzige erkennbare Intention dürfte wohl gewesen sein, so etwas wie sexuelle Abhängigkeit von einem Mann zu behandeln, doch auch das gelingt trotz freizügiger, aber wiederum völlig mittelmäßiger Kopulationsaufnahmen nicht, weil es darüberhinweg schlicht an Tiefe oder echter Intensität fehlt. Möglich, dass für die Nadja Sibel Kekillis Figur aus dem im Vergleich unfassbar meisterlich wirkenden „Gegen die Wand“ von Akin eine Art Vorbild war. In derartige Sphären stößt aber die brav spielende Henriette Heinze bzw. Nadja nie vor. Dazu gesellen sich auch noch durchgehend Schmalspurschauspieler in den übrigen Rollen und keine einzige interessante filmische Idee, die ich nicht schon woanders gleich oder gar besser gesehen hätte.

„Auftauchen“ ist lange Zeit weder schlecht, noch gut, sondern pures Mittelmaß; gegen Ende wird es dann auch immer beliebiger und der finale Versuch, Dramatik reinzuschreiben, wirkt völlig aufgesetzt und ruft bloß ein Gähnen bzw. müdes Lächeln hervor anstatt irgendein Gefühl auszulösen. Einfühlsames und zum Mitfühlen verleitendes Drama mit lebendigen Figuren sieht jedenfalls anders aus, Frau Korn. Auch wenn es sich um ein Debüt handelt, sollte ein Film mehr sein als bloß ein mageres Abziehbild. Das Beste sind noch die netten Popsongs zur Untermalung und eine unfreiwillig komische, weil völlig lieblos eingestreute „abgetriebene Eizelle in Klopapier halten und herumdrucksen“- Szene.

Dass mit dem Abspann dann eines der schönsten Liebeslieder, die es gibt, nämlich „Consequence“ von The Notwist, einsetzt, ist zwar hochsympathisch, nützt aber auch nix mehr, um mich noch milde zu stimmen.

Uninspiriert und als Beziehungs- und Adoleszenzdrama völlig überflüssig. Dass so etwas junger deutscher, "billiger" Film deutlich besser und aufregend behandeln kann, zeigt beispielsweise Henner Winckler mit „Lucy“.

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