"Wenn du die Regeln veränderst, veränderst du das Spiel." Gemeint ist das Spiel Black Jack (weitläufig auch als 17 und 4 bekannt).
Diejenigen, die hier die Regeln verändern, sind sechs hochbegabte Studenten der Bostener Hochschule MIT. Von ihrem Mathematikprofessor ausgewählt, lernen sie in einer kleinen Gruppe das Kartenzählen und wie man mithilfe von Tricks auf diese Weise in Spielcasinos eine Menge Geld machen kann. Der Film mit dem Titel "21" (was gleichzeitig die maximale Punktzahl ist, die man bei diesem Spiel erreichen sollte bzw. darf) basiert nur lose auf dem Enthüllungsbuch "Brining down the House" von Ben Mezrich, in dem dieser ein solches Vorgehen beschreibt.
Hauptperson des Films ist Ben Campbell, dessen Traum es ist, in Harvard Medizin zu studieren. Dafür fehlt ihm jedoch das Geld, weshalb er ein Stipendium beantragt. In seinem Auswahlgespräch wird er von dem Dozenten getragt, was ihn von anderen Studenten unterscheide und ob er eine besondere Lebensgeschichte aufweisen könne. Ohne hier jetzt zu viel zu verraten, am Ende des Films, nachdem Campbell seine Geschichte erzählt hat, sitzt der Professor mit offenem Mund da. Dazwischen berichtet Ben, wie er als Mathematikstudent am MIT von seinem Mathematikdozenten Mickey Rosa ausgewählt wurde, um in einer kleinen Gruppe (seinem "Black Jack Team") das Kartenzählen zu lernen. Anfangs noch zurückhaltend macht Ben dann doch mit, ist doch auch seine "Flamme" Jill Taylor mit von der Partie. Zuerst scheint alles gut zu gehen und es gelingt der Gruppe, viel Geld in den diversen Casinos von Las Vegas zu machen. Dann aber beauftragen die Casinos den Security-Beauftragten Cole Williams, etwas dagegen zu unternehmen. Schon bald kommt er der Gruppe auf die Schliche und auch innerhalb der Gruppe kommt es zu Verwerfungen.
Auch wenn man sich nicht unbedingt für das Glücklsspiel interessiert, schafft es der Film, den Betrachter recht bald mit seiner eigenen Art des Spannungsaufbaus zu fesseln. Dies liegt sicherlich zum einen am überzeugenden Spiel der Hauptdarsteller. Jim Sturgess spielt den jungen, eher naiven Mathematikstudenten Ben Campbell, der in einen Strudel von Ereignissen verwickelt wird, die er nicht mehr kontrollieren kann. Als Antagonist steht ihm Kevin Spacey als am Ende recht skrupelloser Mathematikdozent Mickey Rosa gegegnüber. Auch wenn es inzwischen gerechtfertigt erscheint, dass dieser Schauspieler nach den vielfältigen Missbrauchsvorwürfen keine Engagements mehr erhält, mimt Spacey diese vielschichtige und "echt fiese Type" mehr als überzeugend, was allein schon das Betrachten des Films zum Gewinn macht. Auch Laurence Fishburne in der Nebenrolle als Security-Beauftragter kann das, was in dieser Nebenrolle steckt, gut herausarbeiten.
Die Bilder, die Regiesseur Robert Luketic für seinen Film auswählt, unterstreichen gut die gegensätzlichen Atmosphären: auf der einen Seite das kalte, winterliche Boston (als Ort der Probleme und der finanziellen Not Campbells) und dagegen die bunte nächtliche, meist mit warmen Farben eingefangene Glitzerwelt Las Vegas (mit all ihren finanziellen Chancen , Verlockungen und Versuchungen).
Wenn ich Glücksspielen eigentlich überhaupt nichts abgewinnen kann, muss ich doch zugeben, dass dieser Film mich gefesselt hat. Vielleicht ist "21" nicht das große Kinoevent, aber sicherlich ein spannender Film für einen Fernsehabend daheim.