"Unkonventionell inszeniertes Highlight" - so schrieb die "TV Spielfilm" bei der heutigen Ausstrahlung über diesen Italo-Western. Häh? Die müssen wohl einen anderen Film gesehen haben. Aber bei der Fülle von Italo-Western kann man da schon mal was durcheinander bringen... Denn "unkonventionell" ist schonmal das gänzlich falsche Attribut für "Der lange Tag der Rache", denn an diesem Film ist alles, aber auch wirklich ALLES, nach Schema F gestrickt. Die Geschichte wird plump und simpel erzählt, wie bei den schlechten Vertretern des Genres. Alle (schlechten) Klischees werden natürlich zelebriert. Die Figuren sind eindimensional und der Held absolut unsympathisch. Kritikpunkte, die leider auf sehr viele Italo-Western zutreffen - aber hier sind sie eben noch einen Tick ausgeprägter. Allein schon Giuliano Gemma in der Hauptrolle ist schon mal ein gewaltiger Minuspunkt: der Typ ist einfach ein widerwärtiger Schleimbeutel, bei dessen großkotzigen Grinsen und blöden Sprüchen man sich einfach immer wünscht, dass er endlich eins auf die Schnauze kriegt. Und wenn man als Zuschauer beim Helden diesen Wunsch verspürt, dann haben die Macher da irgendwie was falsch gemacht... sollte man als Zuschauer doch eigentlich auf der Seite des Helden stehen. Das konnte ich aber nicht, weil ich den Kerl einfach dermaßen unsympathisch fand (auch so etwas, was leider auf sehr viele Western zutrifft...).
Wie dem auch sei: einige passable Szenen (z.B. die Anfangssequenz) können den Streifen nicht wirklich retten, dafür begeht er einfach zu viele Fehler. Ich weiß, viele Italowestern-Fans stören sich an den abgestandenen Klischees nicht - aber ich kann sie einfach nicht mehr sehen.